Aktionen

Seekriegsleitung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
(2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
 
|-
 
|-
| style="width:2%" |
+
| || colspan="3" |  
 +
 
 +
{| class="wikitable"
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Im Zweiten Weltkrieg war die '''Seekriegsleitung''' dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine unterstellt, sie fungierte sozusagen an Stelle des Admiralstabs der Kaiserlichen Marine.
+
| style="width:25%" |
 +
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Ende der 1930er Jahre erhielt der Chef des Marinekommandoamtes, einer Dienststelle des OKM, die zusätzliche Bezeichnung „zugl. Chef des Stabes der Seekriegsleitung“; damit erschien das Wort "Seekriegsleitung" in der Kriegsmarine zum ersten Mal offiziell. Im Juli 1939 wurde die Personalunion aufgehoben, das Marinekommandoamt wurde dem Chef des Stabes der Seekriegsleitung unterstellt. Im Dezember 1939 erfolgte eine sichtbare Umstrukturierung; die Seekriegsleitung nummerierte ihre Abteilungen von nun an mit arabischen, das Marinekommandoamt – es erhielt im Lauf des Krieges die Bezeichnung "Quartiermeisteramt" – mit römischen Ziffern.
+
! Datenblatt
 +
! '''Seekriegsleitung (Skl.)'''
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Die operative Zuständigkeit der Seekriegsleitung im Zweiten Weltkrieg war auf außerheimische Seegebiete beschränkt, auf denen weder der Flottenchef noch die Marinegruppenkommandos die Führung besaßen, so z. B. beim Einsatz von Hilfskreuzern, Blockadebrechern, Versorgungsschiffen. Auch der U-Boot-Krieg unterstand einer anderen Gewalt, dem Befehlshaber der U-Boote (B.d.U.). Lediglich die Stabsabteilung des B.d.U. wurde ab Februar 1943, nachdem Großadmiral Karl Dönitz das Amt des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine übernommen hatte, als Unterseebootsführungsabteilung (2/Skl BdU op.) formell bei der Seekriegsleitung angesiedelt. Die „originären“ Aufgaben der Seekriegsleitung waren Koordination der Seestreitkräfte (1/Skl), Marinenachrichtendienst MND (4/Skl) mit den vier Abteilungen Zentralabteilung (MND I), Abt. Nachrichtenübermittlung (MND II), Abt. Funkaufklärung (MND III) und Abt. Marinedrahtnachrichten (MND IV),[1] sowie die Nachrichtenauswertung (3/Skl), Wetterbeobachtung und Lage-Information für das OKM und seine einzelnen Befehlshaber.
+
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | '''Gliederung:'''
+
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Die Seekriegsleitung (Skl) war das operative und strategische Gehirn innerhalb des Oberkommandos der Kriegsmarine (O.K.M.). Für die U-Boot-Waffe war sie die Instanz, die den globalen Rahmen für den Einsatz der Boote festlegte, während der B.d.U. die taktische Durchführung der Rudelschlacht verantwortete.
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Operationsabteilung (1/Skl)
+
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Abteilung Marinenachrichtendienst (2/Skl): 1940/1941
+
! colspan="3" | Historische Entwicklung und Standorte
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Unterseebootsführungsabteilung (2/Skl) B.d.U. op: ab 1943
+
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Amtsgruppe Marinenachrichtendienst (2/Skl Chef MND); ab März 1943 als 4/Skl Chef MND
+
| colspan="3" | Kaiserliche Marine (bis 31.12.1918): Ein eigenständiger Admiralstab existierte parallel zum Reichsmarineamt. Erst im August 1918 wurde eine einheitliche Seekriegsleitung unter Admiral Reinhard Scheer geschaffen, um die verzettelte U-Boot-Strategie zu bündeln.
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Abteilung Marinenachrichtendienst (3/Skl): von 1937 bis 1939
+
| colspan="3" | Reichsmarine (01.01.1919 – 15.03.1935): Die Funktionen der Skl wurden innerhalb der Marineleitung durch die Flottenabteilung (A II) wahrgenommen.
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Abteilung Ortungsdienst (5/Skl): ab 1944
+
| colspan="3" | Kriegsmarine (16.03.1935 – 23.05.1945): Mit der Umbenennung in Kriegsmarine wurde die Skl als Herzstück des OKM etabliert.
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Amtsgruppe Ubootswesen (Skl U): von 1939 bis 1943
+
| colspan="3" | Standorte: Berlin (Tirpitzufer), ab 1943 Bunkeranlage „Koralle“ bei Bernau, ab 22.04.1945 Verlagerung nach Visselhövede und schließlich Mürwik.
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Amtsgruppe Nautik (AH, später Skl H): ab 1944 als 6/Skl
+
| colspan="3" | Ende: Mit der Verhaftung der Marineführung am 23.05.1945 in Flensburg-Mürwik.
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Kriegswissenschaftliche Abteilung der Marine bzw. Kriegsgeschichtliche Abteilung der Marine (Skl KA bzw. Skl MKrGesch)
+
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Generalreferat Sonderkampfmittel (Skl S): ab 1944
+
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Lehrstab des Oberkommandos der Kriegsmarine (Marinelehrstab): ab 1944
+
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Marinekommandoamt — Quartiermeisteramt (Skl/Qu A)
+
| colspan="3" | Strategische Priorisierung: Die Skl entschied über die Zuweisung der U-Boote zu den verschiedenen Kriegsschauplätzen (z. B. Befehl zum Transfer von Booten ins Mittelmeer ab 26.08.1941, gegen den Protest von Dönitz).
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Flottenabteilung (A V): 1938/1939
+
| colspan="3" | Nachrichtenwesen: Die Abteilung Fremde Marinen wertete Informationen über alliierte Konvois aus und lieferte die Basis für die operative Planung.
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Ausbildungs- und Stabsabteilung (Skl/Qu A V): ab 1944 bis 1945
+
| colspan="3" | Waffenpolitik: Die Skl koordinierte die Anforderungen der Front an das Waffenamt, etwa die Einführung der Schnorchel-Technik oder neuer Torpedotypen.
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Schiffahrtsabteilung (Skl/Qu A VI)
+
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Kommandoabteilung Unterseeboote (Skl/Qu A U): 1943/1944
+
! colspan="3" | Struktur:
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | 1. Abteilung (I Skl): Operative Führung und Einsatzplanung.
 +
|-
 +
| colspan="3" | 2. Abteilung (II Skl): Organisations- und Ausbildungsfragen.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Chef des Stabes: Bedeutende Offiziere wie Otto Schniewind oder Wilhelm Meisel.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung. Zentraler Bestand. Enthält die Kriegstagebücher (KTB) der Skl (Teil A, B, C und D), in denen die Lage der U-Boot-Waffe täglich bewertet wurde.
 +
|-
 +
| BArch RM 6 || colspan="3" | OKM. Unterlagen zur organisatorischen Einbettung der Skl.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Literaturverweise
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| Marinedienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
 +
|-
 +
| Michael Salewski || colspan="3" | Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945. (3 Bände, Bernard & Graefe Verlag). Das Standardwerk zur Strategie der Skl.
 +
|-
 +
| Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 1, Abschnitt Skl).
 +
|-
 +
| Werner Rahn / Gerhard Schreiber || colspan="3" | Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939–1945. (Faksimile-Edition der KTB Teil A).
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" |
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 +
|-
 +
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
|-
 
|-
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 11:47 Uhr

Datenblatt Seekriegsleitung (Skl.)
Die Seekriegsleitung (Skl) war das operative und strategische Gehirn innerhalb des Oberkommandos der Kriegsmarine (O.K.M.). Für die U-Boot-Waffe war sie die Instanz, die den globalen Rahmen für den Einsatz der Boote festlegte, während der B.d.U. die taktische Durchführung der Rudelschlacht verantwortete.
Historische Entwicklung und Standorte
Kaiserliche Marine (bis 31.12.1918): Ein eigenständiger Admiralstab existierte parallel zum Reichsmarineamt. Erst im August 1918 wurde eine einheitliche Seekriegsleitung unter Admiral Reinhard Scheer geschaffen, um die verzettelte U-Boot-Strategie zu bündeln.
Reichsmarine (01.01.1919 – 15.03.1935): Die Funktionen der Skl wurden innerhalb der Marineleitung durch die Flottenabteilung (A II) wahrgenommen.
Kriegsmarine (16.03.1935 – 23.05.1945): Mit der Umbenennung in Kriegsmarine wurde die Skl als Herzstück des OKM etabliert.
Standorte: Berlin (Tirpitzufer), ab 1943 Bunkeranlage „Koralle“ bei Bernau, ab 22.04.1945 Verlagerung nach Visselhövede und schließlich Mürwik.
Ende: Mit der Verhaftung der Marineführung am 23.05.1945 in Flensburg-Mürwik.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Strategische Priorisierung: Die Skl entschied über die Zuweisung der U-Boote zu den verschiedenen Kriegsschauplätzen (z. B. Befehl zum Transfer von Booten ins Mittelmeer ab 26.08.1941, gegen den Protest von Dönitz).
Nachrichtenwesen: Die Abteilung Fremde Marinen wertete Informationen über alliierte Konvois aus und lieferte die Basis für die operative Planung.
Waffenpolitik: Die Skl koordinierte die Anforderungen der Front an das Waffenamt, etwa die Einführung der Schnorchel-Technik oder neuer Torpedotypen.
Struktur:
1. Abteilung (I Skl): Operative Führung und Einsatzplanung.
2. Abteilung (II Skl): Organisations- und Ausbildungsfragen.
Chef des Stabes: Bedeutende Offiziere wie Otto Schniewind oder Wilhelm Meisel.
Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung. Zentraler Bestand. Enthält die Kriegstagebücher (KTB) der Skl (Teil A, B, C und D), in denen die Lage der U-Boot-Waffe täglich bewertet wurde.
BArch RM 6 OKM. Unterlagen zur organisatorischen Einbettung der Skl.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
Michael Salewski Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945. (3 Bände, Bernard & Graefe Verlag). Das Standardwerk zur Strategie der Skl.
Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 1, Abschnitt Skl).
Werner Rahn / Gerhard Schreiber Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939–1945. (Faksimile-Edition der KTB Teil A).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
>>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132