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Seefliegerwaffenschule Bug/Rügen: Unterschied zwischen den Versionen

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| Standort: || colspan="3" | Strategisch günstiger Fliegerhorst Bug am Wieker Bodden; ideal für den Betrieb von Schwimmerflugzeugen und Flugbooten (z. B. He 114, He 115, [[Arado Ar 196]]).
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| Unterstellung: || colspan="3" | Fachlich dem General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (Ob.d.M.) unterstellt.
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| Ausbildungsprofil: || colspan="3" | Schwerpunkt auf Waffen- und Gefechtsausbildung: Bordwaffenschießen auf Seeziele, Abwurf von Bomben und Lufttorpedos sowie Minenlegen aus der Luft.
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| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945: Sammelpunkt für Evakuierungsflüge aus dem Osten. Sprengung der Anlagen am 04./05.05.1945 vor der Besetzung durch sowjetische Truppen.
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| colspan="3" | Der See-Fliegerhorst Bug auf Rügen lag etwa 30 km nord-nordwestlich von Stralsund und 5 km südwestlich von Wiek am Nordende der Halbinsel Bug. Der Seeflugplatz Bug wurde am 27.01.1917 offiziell eingeweiht. Bereits 1920 mußte er im Zuge der Bestimmungen des Versailler Vertrages demontiert werden.
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| Fernaufklärung: || colspan="3" | Schulung der Besatzungen (z. B. auf BV 138), die U-Boot-Rudel im Atlantik und Nordmeer durch präzise Standortbestimmung an alliierte Geleitzüge heranführten.
 
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| colspan="3" | Mit Befehl vom 14.08.1933 wurde mit dem Wiederaufbau der "Bomben- und Maschinenwaffenschule Bug" begonnen. Bereits am 01.04.1934 wurde eine getarnte Fliegerhorstkommandantur aufgestellt. Ebenfalls zum 01.04.1934 soll der erste getarnte Fliegerwaffenlehrgang begonnen haben. Am 04.04.1936 wurde aus den getarnten Fliegerwaffen-Schulungen die "Fliegerwaffenschule (See) Bug a.R.". Am 16.01.1940 wurde die Schule in "Fliegerwaffenschule (See) 2" umbenannt und ging im Dezember 1940 in der "Bombenschützenschule Bug" auf. Am 01.01.1942 wurde die Schule in Stab / Kampfbeobachterschule Bug und am 15.10.1942 in Stab/Kampfbeobachtervorschule 2 umbenannt und im Januar 1943 aufgelöst.
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| Abwehr-Training: || colspan="3" | Durchführung von Erprobungen zur Bekämpfung feindlicher U-Boote; Entwicklung von Gegenmaßnahmen (Flaktaktik, Tauchmanöver) für die U-Boot-Lehrdivisionen.
 
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| colspan="3" | Für den Betrieb des Flugplatzes wurde bei Kriegsbeginn das Platzkommando Bug gegründet. 1944 kam dann die Fliegerhorst-Kommandantur E (v) 208/I auf den Platz. Ab September 1942 wurde in Bug aus der I./Kampfbeobachtervorschule 2 die II./Bordschützenschule 1 neu aufgestellt. Am 08.04.1944 wurde in Bug noch die Luftkriegsschule 12 neu aufgestellt. Die Schule wurde erst am 16.04.1945 aufgelöst.
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| Bordflieger: || colspan="3" | Ausbildung der Piloten für Bordflugzeuge schwerer Einheiten und Hilfskreuzer, die oft zur weiträumigen Aufklärung für operierende U-Boote eingesetzt wurden.
 
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| colspan="3" | Als erster Einsatzverband wurde im September 1939 die 1./Küstenfliegergruppe 306 auf den Horst verlegt. Diese wurde aber bereits am 22.10.1939 zurück nach Dievenow verlegt. Am 09.04.1944 wurde die 9. Seenotstaffel nach Bug verlegt und hier am 03.10.1944 aufgelöst. Anfang August 1944 war für einige Zeit die Bordfliegergruppe 196 auf dem Platz. Im Dezember 1944 kamen der Stab und die 2. und 3. Staffel der Seeaufklärungsgruppe 126 mit der Bv 138 C nach Bug. Ende März 1945 wurden die Staffeln nach Parow verlegt. Anfang März 1945 begannen die Evakuierungsflüge der Luftwaffe aus Nest, Kolberg und Kamp. Die meisten der überladenen Flugzeuge landeten in Bug. Am 5. Mai 1945 starteten die letzten Maschinen der Seenotgruppe 81 von Bug aus nach Westen.
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Taktische Zusammenarbeit zwischen Seefliegern und der U-Boot-Führung).
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| BArch RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Berichte über die materielle Ausstattung des Standortes Bug).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Zusammenarbeit mit der Luftwaffe).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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| Green, William || colspan="3" | "Warplanes of the Third Reich" (Technische Details der eingesetzten Seeflugzeugtypen).
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 12:00 Uhr

Dienststelle Seefliegerwaffenschule Bug (Rügen)
Die Seefliegerwaffenschule Bug auf der Halbinsel Bug (Rügen) war die zentrale Ausbildungseinrichtung der Luftwaffe für den taktischen und waffentechnischen Einsatz von Seeflugzeugen. Sie diente der spezialisierten Schulung von Flugzeugführern, Beobachtern und Bordschützen für den Seekrieg und war maßgeblich an der Erprobung von Verfahren zur Seezielbekämpfung sowie der Koordination zwischen Luft- und Seestreitkräften beteiligt.
Historischer Kontext & Organisation
Standort: Strategisch günstiger Fliegerhorst Bug am Wieker Bodden; ideal für den Betrieb von Schwimmerflugzeugen und Flugbooten (z. B. He 114, He 115, Arado Ar 196).
Unterstellung: Fachlich dem General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (Ob.d.M.) unterstellt.
Ausbildungsprofil: Schwerpunkt auf Waffen- und Gefechtsausbildung: Bordwaffenschießen auf Seeziele, Abwurf von Bomben und Lufttorpedos sowie Minenlegen aus der Luft.
Kriegsende: Mai 1945: Sammelpunkt für Evakuierungsflüge aus dem Osten. Sprengung der Anlagen am 04./05.05.1945 vor der Besetzung durch sowjetische Truppen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Fernaufklärung: Schulung der Besatzungen (z. B. auf BV 138), die U-Boot-Rudel im Atlantik und Nordmeer durch präzise Standortbestimmung an alliierte Geleitzüge heranführten.
Abwehr-Training: Durchführung von Erprobungen zur Bekämpfung feindlicher U-Boote; Entwicklung von Gegenmaßnahmen (Flaktaktik, Tauchmanöver) für die U-Boot-Lehrdivisionen.
Bordflieger: Ausbildung der Piloten für Bordflugzeuge schwerer Einheiten und Hilfskreuzer, die oft zur weiträumigen Aufklärung für operierende U-Boote eingesetzt wurden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 9 Akten der Ausbildungs- und Lehreinheiten der Luftwaffe (Lehrgangspläne und Organisation der Schule Bug).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Taktische Zusammenarbeit zwischen Seefliegern und der U-Boot-Führung).
BArch RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Berichte über die materielle Ausstattung des Standortes Bug).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Zusammenarbeit mit der Luftwaffe).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Green, William "Warplanes of the Third Reich" (Technische Details der eingesetzten Seeflugzeugtypen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132