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Blindflugschule 1: Unterschied zwischen den Versionen

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| || colspan="3" | Blindflugschule 1 befand sich ab 01.10.1935 in Brandis. Im Oktober 1943 in FFS (B) 31 (auch kurz: B 31) umbenannt.
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| || colspan="3" | Blindflugschulen waren spezielle Flugschulen der Luftwaffe der deutschen Wehrmacht, deren Absolvierung die Verwendung des Flugzeugführers in einem Kampf-, Fernaufklärungs-, Nachtjagd- oder Seefliegerverband ermöglichte. Im Deutschen Reich gab es zwölf Blindflugschulen.
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! Ausbildungseinheit
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! '''Blindflugschule 1'''
 
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| || colspan="3" | Die Ausbildungsrichtlinien für den Blindflug oder Instrumentenflug wurden in der im Jahre 1925 begründeten Deutschen Verkehrsfliegerschule in Berlin-Staaken aufgestellt. Die DVS war eine bereits während der Weimarer Republik gegründete Tarnorganisation, die zunächst für den Verteidigungsfall ausgebildete Piloten bereitstellen sollte und ab 1933 dem geheimen Aufbau der deutschen Luftwaffe diente.
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| colspan="2" | Die Blindflugschule 1 war eine spezialisierte Ausbildungseinrichtung der Luftwaffe zur Schulung im Instrumentenflug (Blindflug). Sie wurde am 01.10.1935 in Brandis eingerichtet und im Oktober 1943 in Flugzeugführerschule (B) 31 umbenannt. Die Ausbildung basierte auf den 1925 bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule (DVS) entwickelten Richtlinien und war die zwingende Voraussetzung für den Einsatz in Kampf-, Fernaufklärungs- oder Seefliegerverbänden. Die Schule vermittelte die Fähigkeit, Flugzeuge bei Nacht und schlechter Sicht ausschließlich mittels Instrumenten und Funknavigation sicher zu führen.
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! colspan="2" | Entstehung, Standorte und Lehrinhalte
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| Aufstellung: || colspan="2" | 01.10.1935 in Brandis; ab Okt. 1943 neue Bezeichnung FFS (B) 31 (bzw. B 31).
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| Lehrinhalte: || colspan="2" | Streckenflug; Durchstoßverfahren; ZZ-Anflüge; Fremd- und Eigenpeilung; Standliniennavigation (Instrumentenflug).
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| Technik: || colspan="2" | Einsatz von C-Schulflugzeugen mit Navigationszusatzgeräten; später spezialisierte Muster wie die Siebel Si 204.
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| Ende 1945: || colspan="2" | Auflösung der Schule im Zuge des Zusammenbruchs der Luftwaffenausbildung und der Kapitulation im Mai 1945.
 
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| || colspan="3" | Die Richtlinien beinhalteten Streckenflug, Durchstoßverfahren, ZZ-Anflüge, Fremd- und Eigenpeilung, Standliniennavigation. Die Fluggeräte an den Blindflugschulen waren identisch mit denen der Flugzeugführer-C-Schulen, sie waren allerdings mit zusätzlichen Navigationsgeräten bestückt. Ende 1941 setzte aus den von Frontverbänden rücklaufenden Einsatzmustern eine Spezialisierung auf bestimmte Flugzeugtypen und Verbandsgattungen ein. Die Blindflugschulen erhielten ab diesem Zeitpunkt eine neue Nummerierung.
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| || colspan="3" | Später wurden auch Flugzeuge für die spezielle Blindflugschulung wie die Siebel Si 204, ursprünglich ein Passagierflugzeug, in Dienst gestellt.
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! colspan="2" | Spezifische Merkmale
 
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| DVS-Erbe: || colspan="2" | Nutzung der Navigations-Expertise der ehemaligen Tarnorganisation DVS zur Schaffung militärischer Elitekader für den Allwetterflug.
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| Spezialisierung: || colspan="2" | Ab Ende 1941 erfolgte eine gezielte Ausrichtung auf bestimmte Verbandsgattungen durch Zuweisung von Rückläufer-Einsatzmustern der Front.
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| Qualifikation: || colspan="2" | Der Abschluss der BFS war das "Nadelöhr" für Piloten, die in technologisch anspruchsvolle Einheiten (z. B. Nachtjagd oder Seefernaufklärung) versetzt wurden.
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| Seefernaufklärung: || colspan="2" | Die Absolventen der BFS 1 stellten die Besatzungen der Fernaufklärer, die U-Boote über weite Distanzen auf Geleitzüge einwiesen.
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| Navigation: || colspan="2" | Beherrschung der Standliniennavigation war über den weiten Wasserflächen des Atlantiks lebensnotwendig für die Kooperation mit dem BdU.
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| Seeflieger: || colspan="2" | Marineflieger-Offiziere durchliefen diesen Lehrgang, um die für den kombinierten Seekrieg notwendige Präzision bei Nacht- und Nebelflügen zu erlangen.
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| BArch RL 7 || colspan="2" | Luftwaffenkommando: Akten über die Organisation der Blindflugschulen und die Umbenennung in B-Schulen 1943.
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| BArch RL 4-II || colspan="2" | Luftwaffen-Ausbildungsstab: Unterlagen zur personellen Steuerung der Flugschüler an der BFS 1 Brandis.
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| BArch PERS 6 || colspan="2" | Personalakten: Nachweise über den Erwerb des Blindflugscheins durch Marineflieger-Personal.
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| Ketley / Rolfe || colspan="2" | „Luftwaffe Fledglings 1935–1945: Aircraft Training Units“ (Details zu den Blindflugschulen).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="2" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Seefernaufklärung).
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| Dierich, Wolfgang || colspan="2" | „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Systematik der Flugzeugführerschulen).
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| style="text-align:center" colspan="3" |  [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 7. März 2026, 14:39 Uhr

Ausbildungseinheit Blindflugschule 1
Die Blindflugschule 1 war eine spezialisierte Ausbildungseinrichtung der Luftwaffe zur Schulung im Instrumentenflug (Blindflug). Sie wurde am 01.10.1935 in Brandis eingerichtet und im Oktober 1943 in Flugzeugführerschule (B) 31 umbenannt. Die Ausbildung basierte auf den 1925 bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule (DVS) entwickelten Richtlinien und war die zwingende Voraussetzung für den Einsatz in Kampf-, Fernaufklärungs- oder Seefliegerverbänden. Die Schule vermittelte die Fähigkeit, Flugzeuge bei Nacht und schlechter Sicht ausschließlich mittels Instrumenten und Funknavigation sicher zu führen.
Entstehung, Standorte und Lehrinhalte
Aufstellung: 01.10.1935 in Brandis; ab Okt. 1943 neue Bezeichnung FFS (B) 31 (bzw. B 31).
Lehrinhalte: Streckenflug; Durchstoßverfahren; ZZ-Anflüge; Fremd- und Eigenpeilung; Standliniennavigation (Instrumentenflug).
Technik: Einsatz von C-Schulflugzeugen mit Navigationszusatzgeräten; später spezialisierte Muster wie die Siebel Si 204.
Ende 1945: Auflösung der Schule im Zuge des Zusammenbruchs der Luftwaffenausbildung und der Kapitulation im Mai 1945.
Spezifische Merkmale
DVS-Erbe: Nutzung der Navigations-Expertise der ehemaligen Tarnorganisation DVS zur Schaffung militärischer Elitekader für den Allwetterflug.
Spezialisierung: Ab Ende 1941 erfolgte eine gezielte Ausrichtung auf bestimmte Verbandsgattungen durch Zuweisung von Rückläufer-Einsatzmustern der Front.
Qualifikation: Der Abschluss der BFS war das "Nadelöhr" für Piloten, die in technologisch anspruchsvolle Einheiten (z. B. Nachtjagd oder Seefernaufklärung) versetzt wurden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Seefernaufklärung: Die Absolventen der BFS 1 stellten die Besatzungen der Fernaufklärer, die U-Boote über weite Distanzen auf Geleitzüge einwiesen.
Navigation: Beherrschung der Standliniennavigation war über den weiten Wasserflächen des Atlantiks lebensnotwendig für die Kooperation mit dem BdU.
Seeflieger: Marineflieger-Offiziere durchliefen diesen Lehrgang, um die für den kombinierten Seekrieg notwendige Präzision bei Nacht- und Nebelflügen zu erlangen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 7 Luftwaffenkommando: Akten über die Organisation der Blindflugschulen und die Umbenennung in B-Schulen 1943.
BArch RL 4-II Luftwaffen-Ausbildungsstab: Unterlagen zur personellen Steuerung der Flugschüler an der BFS 1 Brandis.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über den Erwerb des Blindflugscheins durch Marineflieger-Personal.
Literaturverweise
Ketley / Rolfe „Luftwaffe Fledglings 1935–1945: Aircraft Training Units“ (Details zu den Blindflugschulen).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Seefernaufklärung).
Dierich, Wolfgang „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Systematik der Flugzeugführerschulen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132