Aktionen

Reichsluftfahrtministerium: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

(Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center" |- | style="width:2%" | |- | || colspan="3"…“)
 
 
(2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
 
|-
 
|-
| style="width:2%" |
+
| || colspan="3" |
 +
 
 +
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed;"
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Das Reichsluftfahrtministerium war ein zu Beginn der Regierung der Nationalsozialisten geschaffenes Ministerium. Der Amtssitz war in der Berliner Wilhelmstraße .
+
| style="width:25%" |
 +
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Das Technische Amt des Reichsluftfahrtministerium, das aus einer bis 1935 bestehenden Abteilung Flugtechnik im Heereswaffenamt hervorgegangen war, war im Wesentlichen für die Entwicklung neuer Flugzeugtypen durch die Luftfahrtindustrie und ihre Produktionsplanung verantwortlich. 1936 berief Göring den späteren Generalobersten Ernst Udet an die Spitze dieses Amtes und vertraute ihm die Aufgaben des Staatssekretärs Erhard Milch an, der bis dahin der maßgebliche Planer und Organisator der Aufrüstung der Luftwaffe gewesen war. Udet war damit für die Entwicklung und Bereitstellung von Flugzeugen, Waffen und Gerät für alle Teile der Luftwaffe zuständig. Udet gliederte das Amt in 13 Abteilungen auf, der Überblick über deren Zuständigkeiten ging verloren. Nach dem Suizid Udets im November 1941 übernahm Erhard Milch wieder dessen Aufgaben.
+
! Behörde
 +
! '''Reichsluftfahrtministerium'''
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Verglichen mit ähnlichen Ämtern im In- und Ausland war das Reichsluftfahrtministerium wohl nicht besser oder schlechter strukturiert und organisiert. Die hervorragenden persönlichen Beziehungen zwischen Göring und Hitler ließen dem Reichsluftfahrtministerium schon bald mehr Einfluss und Macht zukommen als anderen Ministerien. Göring nutzte seine Stellung an der Spitze des Reichsluftfahrtministerium, um zahlreichen befreundeten bzw. verdienten NS-Größen Posten zu verschaffen. Diese waren weniger an einer Tätigkeit im Reichsluftfahrtministerium interessiert als daran, ihre politische Karriere fortzusetzen bzw. auszubauen.
+
| ||
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="2" | Das Reichsluftfahrtministerium wurde am 27.04.1933 unter der Leitung von Hermann Göring gegründet. Es war die oberste Reichsbehörde für die zivile und militärische Luftfahrt. Das RLM vereinte die Funktionen eines Ministeriums mit denen eines militärischen Oberkommandos (Oberkommando der Luftwaffe - OKL). Es war verantwortlich für die gesamte Luftrüstung, die Personalplanung, das Ausbildungswesen sowie die strategische Führung der Luftwaffe. Durch die Eingliederung der Marineflieger im Jahr 1939 übernahm das RLM auch die vollständige Kontrolle über die fliegenden Verbände der Kriegsmarine.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="2" | Entstehung, Funktion und Aufgaben
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| Gründung: || colspan="2" | 27.04.1933 aus dem Reichskommissariat für die Luftfahrt; Sitz im Berliner Detlev-Rohwedder-Haus.
 +
|-
 +
| Leitung: || colspan="2" | Hermann Göring (Reichsminister der Luftfahrt); Erhard Milch (Staatssekretär und Generalzeugmeister).
 +
|-
 +
| Aufgabe: || colspan="2" | Zentrale Steuerung der Luftrüstung; Aufbau der Fliegerhorste; Entwicklung neuer Flugzeugtypen; Verwaltung der Deutschen Lufthansa.
 +
|-
 +
| Ende 1945: || colspan="2" | Mit der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 und der Auflösung der NSDAP-Machtstrukturen durch die Alliierten beendet.
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | Die Materialversorgung der Luftwaffe inkl. der Flugzeugproduktion wurde zunächst vom Reichsluftfahrtministerium selbst organisiert und war damit getrennt von der Produktion anderer Rüstungsgüter, für die das am 17. März 1940 geschaffene und von Fritz Todt geführte Reichsministerium für Bewaffnung und Munition zuständig war. Nach Todts Unfalltod wurde es ab März 1942 von Albert Speer geleitet. Im Zusammenhang mit der Übertragung der Luftrüstung an Speer und sein Ministerium im Juni 1944 wurde das Reichsluftfahrtministerium neu und straff durchorganisiert. Dies hatte vermutlich Auswirkungen auf die Luftwaffe bzw. den Verlauf des restlichen Zweiten Weltkriegs.
+
! colspan="2" | Spezifische Merkmale
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 +
| Technisches Amt: || colspan="2" | Kernabteilung unter Ernst Udet für die Konstruktion und Erprobung sämtlicher Luftwaffen-Waffensysteme.
 +
|-
 +
| Dualismus: || colspan="2" | Verzahnung von ziviler Tarnorganisation (z. B. DVS) und militärischem Aufbau bis zur offiziellen Enttarnung der Luftwaffe 1935.
 +
|-
 +
| Machtzentrum: || colspan="2" | Aufgrund der politischen Stellung Görings verfügte das RLM über enorme Ressourcen und Prioritäten in der deutschen Kriegswirtschaft.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="2" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| Marineflieger: || colspan="2" | Ab 1939 unterstanden die für die U-Boot-Zusammenarbeit essenziellen Küsten- und Bordfliegergruppen administrativ dem RLM.
 +
|-
 +
| Luft-See-Rüstung: || colspan="2" | Das RLM steuerte die Entwicklung von Lufttorpedos und Luftminen, die in Kooperation mit der Marine gegen alliierte Schifffahrt eingesetzt wurden.
 +
|-
 +
| Fernaufklärung: || colspan="2" | Koordination der Zuweisung von Fernaufklärern (Fw 200, Ju 290) an den Fliegerführer Atlantik zur direkten Unterstützung der U-Boot-Rudel.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="2" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| BArch RL 1 || colspan="2" | Reichsluftfahrtministerium: Akten über die Organisation, Haushalt und Grundsatzentscheidungen der Luftfahrtbehörde.
 +
|-
 +
| BArch RM 7 || colspan="2" | Seekriegsleitung: Korrespondenz über die operativen Anforderungen der Marine an die Luftrüstung des RLM.
 +
|-
 +
| BArch PERS 6 || colspan="2" | Personalakten: Nachweise über Seeoffiziere, die als Verbindungsoffiziere zum RLM kommandiert waren.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="2" | Literaturverweise
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| Völker, Karl-Heinz || colspan="2" | „Die deutsche Luftwaffe 1933–1939: Aufbau, Führung und Rüstung“.
 +
|-
 +
| Lohmann / Hildebrand || colspan="2" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Die Luftwaffe über See: Die Rolle des RLM).
 +
|-
 +
| Boog, Horst || colspan="2" | „Die deutsche Luftwaffenführung 1935–1945: Führungsprobleme, Spitzengliederung, Generalstabsausbildung“.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| style="text-align:center" colspan="3" |  Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 +
|-
 +
! colspan="3" |
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| style="text-align:center" colspan="3" |  [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 +
|-
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 7. März 2026, 14:55 Uhr

Behörde Reichsluftfahrtministerium
Das Reichsluftfahrtministerium wurde am 27.04.1933 unter der Leitung von Hermann Göring gegründet. Es war die oberste Reichsbehörde für die zivile und militärische Luftfahrt. Das RLM vereinte die Funktionen eines Ministeriums mit denen eines militärischen Oberkommandos (Oberkommando der Luftwaffe - OKL). Es war verantwortlich für die gesamte Luftrüstung, die Personalplanung, das Ausbildungswesen sowie die strategische Führung der Luftwaffe. Durch die Eingliederung der Marineflieger im Jahr 1939 übernahm das RLM auch die vollständige Kontrolle über die fliegenden Verbände der Kriegsmarine.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Gründung: 27.04.1933 aus dem Reichskommissariat für die Luftfahrt; Sitz im Berliner Detlev-Rohwedder-Haus.
Leitung: Hermann Göring (Reichsminister der Luftfahrt); Erhard Milch (Staatssekretär und Generalzeugmeister).
Aufgabe: Zentrale Steuerung der Luftrüstung; Aufbau der Fliegerhorste; Entwicklung neuer Flugzeugtypen; Verwaltung der Deutschen Lufthansa.
Ende 1945: Mit der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 und der Auflösung der NSDAP-Machtstrukturen durch die Alliierten beendet.
Spezifische Merkmale
Technisches Amt: Kernabteilung unter Ernst Udet für die Konstruktion und Erprobung sämtlicher Luftwaffen-Waffensysteme.
Dualismus: Verzahnung von ziviler Tarnorganisation (z. B. DVS) und militärischem Aufbau bis zur offiziellen Enttarnung der Luftwaffe 1935.
Machtzentrum: Aufgrund der politischen Stellung Görings verfügte das RLM über enorme Ressourcen und Prioritäten in der deutschen Kriegswirtschaft.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Marineflieger: Ab 1939 unterstanden die für die U-Boot-Zusammenarbeit essenziellen Küsten- und Bordfliegergruppen administrativ dem RLM.
Luft-See-Rüstung: Das RLM steuerte die Entwicklung von Lufttorpedos und Luftminen, die in Kooperation mit der Marine gegen alliierte Schifffahrt eingesetzt wurden.
Fernaufklärung: Koordination der Zuweisung von Fernaufklärern (Fw 200, Ju 290) an den Fliegerführer Atlantik zur direkten Unterstützung der U-Boot-Rudel.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 1 Reichsluftfahrtministerium: Akten über die Organisation, Haushalt und Grundsatzentscheidungen der Luftfahrtbehörde.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Korrespondenz über die operativen Anforderungen der Marine an die Luftrüstung des RLM.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Seeoffiziere, die als Verbindungsoffiziere zum RLM kommandiert waren.
Literaturverweise
Völker, Karl-Heinz „Die deutsche Luftwaffe 1933–1939: Aufbau, Führung und Rüstung“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Die Luftwaffe über See: Die Rolle des RLM).
Boog, Horst „Die deutsche Luftwaffenführung 1935–1945: Führungsprobleme, Spitzengliederung, Generalstabsausbildung“.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132