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| − | | || colspan="3" | | + | | || colspan="3" | !!! Bitte unbedingt die Anmerkungen beachten [[Anmerkungen für Kriegsschiffe|Klick hier → Anmerkungen für Kriegsschiffe]] !!! |
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| − | ! '''Flugabwehr- und Küstenartillerieschule''' | + | ! '''Flugabwehr- und Küstenartillerieschule (F.A.S.)''' |
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| − | | colspan="3" | Die Flugabwehr- und Küstenartillerieschule war eine zentrale Lehr- und Versuchseinrichtung der Kriegsmarine, die sich auf die boden- und schiffsgestützte Abwehr von Luft- und Seezielen spezialisierte. Für Ihr Archiv ist besonders die Rolle bei der Ausbildung des Personals für die Marine-Flak-Abteilungen und die Küstenbatterien relevant. | + | | colspan="3" | Die Flugabwehr- und Küstenartillerieschule war eine zentrale Lehr- und Versuchseinrichtung der Kriegsmarine, die sich auf die boden- und schiffsgestützte Abwehr von Luft- und Seezielen spezialisierte. Sie diente als Ausbildungsschmiede für das Personal der Marine-Flak-Abteilungen und der Küstenbatterien. |
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| − | | colspan="3" | Die Schule war eng mit dem Standort Swinemünde und der nahegelegenen Halbinsel Wollin verknüpft. Ein besonders wichtiger Standort war Misdroy, wo umfangreiche Schießplätze für die Flugabwehr zur Verfügung standen. Die Schule unterstand der Inspektion der Marineartillerie. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Luftabwehr wurde die Einrichtung im Verlauf des Krieges personell und technisch massiv ausgebaut, um den Bedarf an spezialisierten Artilleristen für alle Zweige der Marine zu decken. | + | | colspan="3" | Hauptstandorte: Die Schule war eng mit Swinemünde und der Halbinsel Wollin verknüpft. Besonders wichtig war Misdroy, wo umfangreiche Schießplätze zur Verfügung standen. |
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| + | | colspan="3" | Unterstellung: Die Einrichtung unterstand der Inspektion der Marineartillerie. Im Kriegsverlauf erfolgte ein massiver personeller Ausbau, um den Bedarf an spezialisierten Artilleristen für alle Zweige der Marine zu decken. In der Endphase 1945 wurde das Stammpersonal direkt in die Abwehrkämpfe in Pommern verwickelt. |
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| − | ! colspan="3" | Aufgaben und Lehrgangsinhalte
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| − | | colspan="3" | Die Hauptaufgabe der Flugabwehr- und Küstenartillerieschule bestand in der Ausbildung von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften an den schweren und mittleren Flugabwehrkanonen sowie an den Küstengeschützen. Die Lehrinhalte umfassten die Waffenmechanik, die Munitionskunde und vor allem die Feuerleitung unter Nutzung von Entfernungsmessgeräten und frühen Radaranlagen. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung war das praktische Schießen auf Luftsäcke, die von Schleppflugzeugen über die Ostsee gezogen wurden. Hier lernten die Soldaten die Berechnung von Vorhaltewerten und die Koordination des Feuers innerhalb einer Batterie. | |
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| − | ! colspan="3" | Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe
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| − | | colspan="3" | Obwohl die Schule primär für Land- und Überwassereinheiten zuständig war, gab es wichtige Überschneidungen mit der Unterseeboot-Waffe. Teile des Personals, das später als Fachpersonal für die Flugabwehr auf den Booten (insbesondere auf den sogenannten U-Flak-Booten) eingesetzt wurde, erhielten hier ihre grundlegende artilleristische Schulung. Zudem diente die Schule als Erprobungszentrum für neue Visieroptiken und Geschütztypen, die später auch für die Verwendung auf dem Wintergarten von Unterseebooten modifiziert wurden. Viele Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 besuchten hier Speziallehrgänge, um ihre Kenntnisse in der Flugzeugerkennung und der Flak-Leitung zu vertiefen.
| + | ! colspan="3" | Gliederung der Lehrgruppen |
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| − | ! colspan="3" | Entwicklung gegen Kriegsende
| + | | colspan="3" | Lehrgruppe Küstenartillerie: Ausbildung an schwerer Seeziel-Artillerie (15 cm bis überschwere Kaliber). Fokus auf Erd- und Seezielmessung. Relevant u.a. für den Schutz der U-Boot-Bunker in Frankreich. |
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| − | | || | + | | colspan="3" | Lehrgruppe Flugabwehr (Marine-Flak): Schulung an 2-cm, 3,7-cm und 10,5-cm Flak. Enge Verbindung zu den Schießplätzen in Misdroy. Hier erhielten viele Männer der U-Boot-Waffe ihre artilleristische Grundausbildung. |
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| − | | colspan="3" | Mit der Verschärfung der Luftkriegslage ab dem Jahr 1943 wurde die Ausbildung an dieser Schule immer wichtiger. Es wurden beschleunigte Lehrgänge für das Marine-Personal eingeführt, das zur Verteidigung der Häfen und Werftanlagen (wie etwa bei der 2. Kriegsschiffbau-Lehrabteilung in Hamburg) eingesetzt wurde. In der Endphase des Krieges wurden Teile des Stammpersonals und der Schüler auch in direkte Abwehrkämpfe gegen herannahende sowjetische Truppen in Pommern verwickelt. | + | | colspan="3" | Lehrgruppe Funkmesskunde (Radar): Ab Mitte des Krieges Ausbildung an der neuen Ortungstechnik zur Erfassung von Luft- und Seezielen. Basis für die spätere Radarnutzung auf Booten vom Typ IX und Typ XXI. |
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| − | | || | + | | colspan="3" | Lehrgruppe Waffenmechanik: Technische Ausbildung für die Wartung der Verschluss- und Richtmechanismen sowie Instandsetzung bei Salzwasserkorrosion. |
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| − | | colspan="3" | Flugabwehr- und Küstenartillerieschule war aufgrund ihres breiten Aufgabenspektrums in verschiedene Lehrgruppen (oder Lehrabteilungen) unterteilt. Diese Gliederung war notwendig, um die grundverschiedenen Anforderungen der schweren Küstenbatterien einerseits und der hochmobilen Flugabwehr andererseits fachgerecht zu unterrichten.
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| − | | colspan="3" | Die Lehrgruppe für Küstenartillerie
| + | ! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe |
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| − | | colspan="3" | Diese Gruppe konzentrierte sich auf die schwere Seeziel-Artillerie. Hier wurden die Besatzungen für die festungsartig ausgebauten Batterien an den Küsten Europas geschult. Die Ausbildung umfasste die Bedienung von Geschützen mit Kalibern von 15 cm bis hin zu überschweren Einheiten. Ein Schwerpunkt lag auf der Erd- und Seezielmessung sowie dem Wirken gegen gepanzerte Schiffe. Für die Unterseeboot-Waffe war dieser Teil weniger relevant, es sei denn, Personal wurde für den Schutz der Unterseeboot-Bunker in Frankreich an schweren Geschützen eingewiesen. | + | | colspan="3" | Fachpersonal: Personal für die Flugabwehr auf Booten (insbesondere U-Flak) erhielt hier die grundlegende Schulung. |
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| − | | colspan="3" | Die Lehrgruppe für Flugabwehr (Marine-Flak) | + | | colspan="3" | Erprobung: Die F.A.S. diente als Erprobungszentrum für neue Visieroptiken und Geschütztypen (z.B. für den Wintergarten). Viele Offiziere der Crew 37 und 38 besuchten hier Speziallehrgänge zur Flugzeugerkennung und Flak-Leitung. |
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| − | | colspan="3" | Dies war der personell stärkste Teil der Schule. Hier fand die Ausbildung an den Flugabwehrkanonen der Kaliber 2 cm, 3,7 cm und 10,5 cm statt. Da die Flugabwehr auf Unterseebooten ab dem Jahr 1943 massiv verstärkt wurde, durchliefen viele Männer der Unterseeboot-Waffe diese Lehrgruppe. Besonders die Schulung an den Zielgeräten und die Flugzeugerkennung standen hier im Vordergrund. Die Lehrgruppe war eng mit den Schießplätzen in Misdroy verbunden.
| + | ! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche] |
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| − | | colspan="3" | Die Lehrgruppe für Funkmesskunde (Radar) | + | | BArch RM 45 || colspan="3" | Akten der Inspektion der Marineartillerie. Beinhaltet Berichte über Ausbildungsergebnisse und technische Erprobungen in Misdroy. |
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| − | | || | + | | BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Flugabwehr- und Küstenartillerieschule Swinemünde. Lehrgangspläne und Schießberichte. |
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| − | | colspan="3" | Gegen Mitte des Krieges wurde eine spezialisierte Gruppe für die damals neue Funkmesstechnik (Radar) eingerichtet. Hier lernten die Artilleristen und Techniker, wie man Luft- und Seeziele mittels elektrischer Wellen ortet, bevor sie optisch sichtbar waren. Diese Ausbildung war die Basis für die Feuerleitung der schweren Flak-Batterien und später auch für die Verwendung von Radargeräten auf den großen Booten vom Typ IX und Typ XXI. | + | | BArch RM 7 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zur personellen Verstärkung der Marine-Flak im Küstenschutz. |
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| − | | colspan="3" | Die Lehrgruppe für Waffenmechanik und Instandsetzung
| + | ! colspan="3" | Literaturverweise |
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| − | | colspan="3" | In dieser Gruppe wurde das technische Personal ausgebildet, das für die Wartung der komplizierten Verschluss- und Richtmechanismen sowie der elektrischen Übertragungsanlagen der Geschütze verantwortlich war. Da die Waffen auf See einer extremen Korrosion durch Salzwasser ausgesetzt waren, war dieses Fachwissen für die Waffenmeister an Bord der Schiffe und die Mechaniker in den Stützpunkten der Unterseeboot-Flottillen von unschätzbarem Wert.
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| + | | Marine-Dienstvorschrift Nr. 411 || colspan="3" | "Ausbildungsvorschrift für die Marineflak" (Offizielles Lehrbuch der F.A.S.). |
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| − | ! colspan="3" | Literaturverweise
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| − | | Marine-Dienstvorschrift Nummer 411 || colspan="3" | Die Ausbildungsvorschrift für die Marineflak bildete das offizielle Lehrbuch für alle an dieser Schule durchgeführten Flugabwehrkurse. | |
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| − | | Georg Tessin || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945" (Band 14)- Osnabrück, Biblio Verlag 2002. [https://www.amazon.de/Verb%C3%A4nde-deutschen-Wehrmacht-Waffen-SS-1939-1945/dp/B0BMQ22P4L/ref=sr_1_16?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=1K86ZQEWLBIO6&dib=eyJ2IjoiMSJ9.jsH24vdHrWLpUTsf9rYgREFpJ8GqoYVq0GboARuMTMAoVv0VVDDKmaGXOikDFE69erJqjZhYF-z3U4asUGXXm5GbfTPMESGI-c0X9qXDb-syyTOmppiPCbGUSO1XxKKWYGON-424qZMU3_BV-VekYlwHBkctF-bF0IyDGXMaS_FAcpmH_GaazI7H2ejtizs9kn-tjOSrteEKefegDY2b4MGJjqD_nR6uS0jFFF5EiXE.Cd-HPwRBbIRhj8KJNz2Kg0vJ7BsSj9WUnfCbDHcqq34&dib_tag=se&keywords=%22Verb%C3%A4nde+und+Truppen+der+deutschen+Wehrmacht+und+Waffen-SS+im+Zweiten+Weltkrieg+1939%E2%80%931945%22+Band+14&qid=1769695125&sprefix=verb%C3%A4nde+und+truppen+der+deutschen+wehrmacht+und+waffen-ss+im+zweiten+weltkrieg+1939+1945%22+band+14%2Caps%2C128&sr=8-16 | → Amazon]
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| − | | Bundesarchiv-Militärarchiv Bestand RM 45 || colspan="3" | Enthält die Akten der Inspektion der Marineartillerie mit Berichten über die Ausbildungsergebnisse und die technischen Erprobungen in Misdroy. | + | | Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945" (Band 14). |
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| − | | + | | Hummel, Karl-Heinz || colspan="3" | "Die deutsche Marineartillerie 1939–1945". |
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| − | | colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!! | + | | style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132 |
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