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1. Artillerieträgerflottille: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die 1. Artillerieträger-Flottille wurde am 25.04.1943 in Wesermünde / Bremerhaven aus der 2. Flakjäger-Flottille aufgestellt. Sie wurde bei der 1. Sicherungs-Division eingesetzt und unterstand dem Admiral der Seebefehlsstellen. Haupthafen war Rotterdam, das Haupteinsatzgebiet lag zwischen Vlissingen und Borkum. Am 06.05.1943 wurden in Antwerpen AF 41 und AF 42 in Dienst gestellt und der Flottille unterstellt. In den folgenden Wochen folgten AF 43 - AF 45, AF 47, AF 48, AF 58, AF 59 und AF 86 - AF 92. Eine Bootsgruppe wurde in Rotterdam, eine zweite weiter südlich im Ijsselmeer stationiert. Aufgabe der Flottille waren Sicherungseinsätze zwischen Vlissingen und Borkum. Am 06.06.1944 wurde AF 58 in Boulogne und am 24.08.1944 AF 41 in Ijumuiden durch Bombentreffer versenkt. AF 41 wurde gehoben und zur Reparatur nach Rotterdam gebracht. Ende August 1944 waren die Boote der Flottille an der Rückführung der 15. Armee über die Schelde beteiligt. Dabei wurde AF 88 am 12.09.1944 bei einem Bombenangriff schwer, AF 92 leicht beschädigt.  
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| colspan="2" | Die 1. Artillerieträgerflottille wurde am 25.04.1943 in Wesermünde/Bremerhaven aus der vormaligen 2. Flakjägerflottille aufgestellt. Sie unterstand operativ der 1. Sicherungs-Division und dem Admiral der Seebefehlsstellen. Der Verband war primär im Raum zwischen Vlissingen und Borkum eingesetzt, mit Rotterdam als Haupthafen. Die Flottille verfügte über zahlreiche schwere Artilleriefährprahme (AF), die für Sicherungseinsätze, Flak-Schutz und Evakuierungsaufgaben optimiert waren. Herausragende Einsätze waren die Rückführung der 15. Armee über die Schelde (1944) sowie der Transport von Resten der SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ im April 1945. Nach Kriegsende erfolgte die Übergabe des Verbandes in Wilhelmshaven an die britischen Streitkräfte.
 
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| colspan="3" | Am 18.09.1944 wurde AF 89 in der Scheldemündung bei einem Bombenangriff versenkt, AF 87 schwer beschädigt und nach Dodrecht eingeschleppt, wo es später sank. AF 92 wurde erneut beschädigt. Anfang Oktober 1944 verlegte der Flottillenstab nach Franeker bei Harlingen in Friesland. Je eine Gruppe verlegten nach Rotterdam bzw. Amsterdam, eine Gruppe im Norden der Zuidersee bzw. im Wattenmeer stationiert. AF 86 und AF 90 wurden nach Kirkenes verlegt, kamen aber nur bis Wesermünde, wo sie zur 12. Vorpostenflottille traten. Am 05.09.1944 wurden AF 44, AF 47 und AF 92 in Zijpe selbst versenkt. Im Januar 1945 wurde eine Gruppe der Flottille in Harderwijk stationiert. Am 19. und 20.04.1945 brachte eine Gruppe der Flottille die Reste der SS-Panzer-Division "Hitlerjugend" aus den Brückenköpfen im Harderwijk nach Amsterdam. Nach Kriegsende wurde die Flottille in Den Helder zusammengezogen und im Juni nach Wilhelmshaven zur Übergabe an die Briten verlegt.
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| Aufstellung: || colspan="3" | 25.04.1943 aus der 2. Flakjägerflottille; Ausrüstung mit AF 41–45, 47, 48, 58, 59 und 86–92.
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| Einsatzraum: || colspan="3" | Niederländische Küste (Vlissingen–Borkum); Stützpunkte in Rotterdam, Amsterdam, Harderwijk und Franeker.
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| Aufgabe: || colspan="3" | Küstensicherung; Flak-Schutz; Geleitsicherung; Truppentransporte und Evakuierungsoperationen (Schelde 1944, Harderwijk 1945).
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| Ende 1945: || colspan="3" | Juni 1945 Verlegung nach Wilhelmshaven zur Übergabe an die britische Royal Navy.
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| Schiffsmaterial: || colspan="3" | Artilleriefährprahme (AF) mit starker Flak-Bewaffnung (3,7-cm und 2-cm) zur Abwehr massiver Luftangriffe.
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| Verluste 1944: || colspan="3" | Schwere Bombentreffer versenkten AF 58 (Boulogne), AF 41 (Ijmuiden) und AF 89 (Schelde); Selbstversenkung von AF 44, 47 und 92 in Zijpe.
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| Personal: || colspan="3" | Besetzung durch Marineartilleristen und seemännisches Personal mit hoher Erfahrung im schwierigen Wattenmeer-Navigieren.
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| Wegesicherung: || colspan="3" | Sicherung der küstennahen Zwangswegsysteme für U-Boote auf dem Marsch von den niederländischen Werften zur Nordsee.
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| Flak-Schirm: || colspan="3" | Bereitstellung massierter Flugabwehr für die U-Boot-Stützpunkte in den Niederlanden (z. B. Rotterdam/Den Helder) bei alliierten Einflügen.
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| Transport: || colspan="3" | Logistische Unterstützung beim Transport von Ersatzteilen und Personal für die in den Niederlanden liegenden U-Boot-Einheiten.
 
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| BArch RM 45-I || colspan="3" | Admiral Deutsche Bucht / Seekommandant Wesermünde: Akten über die Aufstellung und Umgliederung des Verbandes.
 
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| colspan="3" | Lexikon der Wehrmacht [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Artillerietraeger/Arttraegerflot1.htm | → 1. Artillerieträgerflottille]
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen auf den Artilleriefährprahmen (AF) der 1. Flottille.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Sicherungsstreitkräfte).
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| Wegner, Günter || colspan="3" | „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Artillerieträger-Verbände).
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| Lenton, H.T. || colspan="3" | „German Warships of the Second World War“ (Details zu den Spezifikationen der Artilleriefährprahme).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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Aktuelle Version vom 10. März 2026, 13:06 Uhr

Verband 1. Artillerieträgerflottille
Die 1. Artillerieträgerflottille wurde am 25.04.1943 in Wesermünde/Bremerhaven aus der vormaligen 2. Flakjägerflottille aufgestellt. Sie unterstand operativ der 1. Sicherungs-Division und dem Admiral der Seebefehlsstellen. Der Verband war primär im Raum zwischen Vlissingen und Borkum eingesetzt, mit Rotterdam als Haupthafen. Die Flottille verfügte über zahlreiche schwere Artilleriefährprahme (AF), die für Sicherungseinsätze, Flak-Schutz und Evakuierungsaufgaben optimiert waren. Herausragende Einsätze waren die Rückführung der 15. Armee über die Schelde (1944) sowie der Transport von Resten der SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ im April 1945. Nach Kriegsende erfolgte die Übergabe des Verbandes in Wilhelmshaven an die britischen Streitkräfte.
Phasen, Aufgaben und Standorte
Aufstellung: 25.04.1943 aus der 2. Flakjägerflottille; Ausrüstung mit AF 41–45, 47, 48, 58, 59 und 86–92.
Einsatzraum: Niederländische Küste (Vlissingen–Borkum); Stützpunkte in Rotterdam, Amsterdam, Harderwijk und Franeker.
Aufgabe: Küstensicherung; Flak-Schutz; Geleitsicherung; Truppentransporte und Evakuierungsoperationen (Schelde 1944, Harderwijk 1945).
Ende 1945: Juni 1945 Verlegung nach Wilhelmshaven zur Übergabe an die britische Royal Navy.
Spezifische Merkmale und Verluste
Schiffsmaterial: Artilleriefährprahme (AF) mit starker Flak-Bewaffnung (3,7-cm und 2-cm) zur Abwehr massiver Luftangriffe.
Verluste 1944: Schwere Bombentreffer versenkten AF 58 (Boulogne), AF 41 (Ijmuiden) und AF 89 (Schelde); Selbstversenkung von AF 44, 47 und 92 in Zijpe.
Personal: Besetzung durch Marineartilleristen und seemännisches Personal mit hoher Erfahrung im schwierigen Wattenmeer-Navigieren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Wegesicherung: Sicherung der küstennahen Zwangswegsysteme für U-Boote auf dem Marsch von den niederländischen Werften zur Nordsee.
Flak-Schirm: Bereitstellung massierter Flugabwehr für die U-Boot-Stützpunkte in den Niederlanden (z. B. Rotterdam/Den Helder) bei alliierten Einflügen.
Transport: Logistische Unterstützung beim Transport von Ersatzteilen und Personal für die in den Niederlanden liegenden U-Boot-Einheiten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 61 Sicherungsverbände: Kriegstagebücher und Verlustlisten der 1. Artillerieträgerflottille (1943–1945).
BArch RM 45-I Admiral Deutsche Bucht / Seekommandant Wesermünde: Akten über die Aufstellung und Umgliederung des Verbandes.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen auf den Artilleriefährprahmen (AF) der 1. Flottille.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Sicherungsstreitkräfte).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Artillerieträger-Verbände).
Lenton, H.T. „German Warships of the Second World War“ (Details zu den Spezifikationen der Artilleriefährprahme).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132