Aktionen

Hecht

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 16. Februar 2026, 14:07 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
!!! Bitte unbedingt die Anmerkungen beachten Klick hier → Anmerkungen für Kriegsschiffe !!!
Datenblatt Räumbootbegleitschiff Hecht (Hille)
Das Schiff war ein technischer Veteran, der über drei deutsche Epochen hinweg diente. Ursprünglich als Flachgehender Minensucher (FM-Typ) konzipiert, durchlief es zahlreiche Metamorphosen vom Versuchsboot über den Navigationstender bis hin zum logistischen Mutter- und Begleitschiff in den norwegischen Schären.
Baudaten & Technische Maße
Bauwerft: Gebr. Sachsenberg, Roßlau.
Indienststellung: 1918 (Kaiserliche Marine).
Reaktivierung: 29.08.1938 (als Flottentender Hecht).
Tonnage: ca. 170 t bis 200 t (je nach Umbauzustand).
Dimensionen: Länge: ca. 43 m / Breite: 6 m / Tiefgang: 1,4 m.
Besatzung: ca. 30 bis 45 Mann (inkl. Flottillenstab-Anteilen).
Maschinenanlage & Leistung
Antrieb: 2 stehende 3-Zylinder-Dreifachexpansions-Dampfmaschinen.
Leistung: ca. 600 PS.
Geschwindigkeit: 12 kn.
Einsatzgeschichte & Namensänderungen
1918 - 1927: Minensuchdienst (KM/RM). Versuchsboot beim Sperrversuchskommando (SVK). Außerdienststellung 12.09.1927.
1938 - 1943: Reaktivierung als Flottentender Hecht (1938). Ab 01.10.1940 unter der Nummer M 560 erneut als Minensucher im aktiven Einsatz.
1943 - 1945: Umbenennung in Hille (21.01.1943). Umbau zum Räumbootbegleitschiff. Ab 23.10.1943 Dienst bei der 21. Räumbootsflottille in Bergen (Norwegen).
Nachkriegszeit: Minenräumdienst (GMSA) in Norwegen. Am 17.11.1945 als Beute an die Sowjetunion (Doniez). 1958 in der UdSSR abgewrackt.
Spezialisierung: Navigationsbelehrungsfahrten
Plattform Hecht: Zwischen 1938 und 1940 diente die Hecht als schwimmendes Klassenzimmer für Offiziersanwärter (Crews 37/38). Sie war die operative Basis, um theoretische Nautik in praktische Seemannschaft zu verwandeln.
Ausbildungsinhalt: Praktische Schulung in terrestrischer Peilung und Koppelnavigation in der westlichen Ostsee. Auf der Hecht wurde das "Besteck-Diktat" in engen Fahrwassern (Belte/Sund) unter Aufsicht trainiert, um die navigatorische Autarkie der künftigen U-Boot-Wachoffiziere sicherzustellen.
Besonderheiten & Relevanz für die U-Boot-Waffe
Mutterfunktion: In Bergen war die Hille das logistische Herz der 21. R-Flottille. Sie sicherte die minenfreien An- und Ablaufwege für die Front-U-Boote des Stützpunktes "Bruno".
Taktischer Wert: Durch den geringen Tiefgang konnte das Schiff in flachen Schärengewässern operieren und den Begleitschutz für Räumboote auch in entlegenen Ankerplätzen sicherstellen.
Systemüberdauerung: Das Schiff diente in vier Marinen (Kaiserlich, Reichs-, Kriegs- und Sowjetmarine) – ein Beleg für die Materialqualität der Werft Sachsenberg.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Inspektion des Bildungswesens. Belegungspläne für Navigationsübungen auf dem Tender Hecht.
BArch RM 54 Akten der Sicherungsstreitkräfte. KTB der 21. Räumbootsflottille (Bergen).
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine (Vermerke über Navigations-Belehrungsfahrten).
Literaturverweise
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945". Band 2 (Technische Daten und FM-Typ-Basis).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Sicherungsverbände Norwegen).
Lenton, H. T. "German Warships of the Second World War" (Hilfs- und Begleitschiffe).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132