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Vortaktische Ausbildung

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Version vom 8. März 2026, 07:46 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Ausbildung Vortaktische Ausbildung
Die vortaktische Ausbildung für U-Boot-Besatzungen war die entscheidende Phase zwischen der fachspezifischen Einzelausbildung (an den Schulen) und der taktischen Verbandsausbildung (z. B. AGRU-Front). In dieser Phase wurde die neu zusammengestellte Besatzung (Baubelehrung) mit der spezifischen Technik ihres Bootstyps vertraut gemacht. Der Schwerpunkt lag auf der „Trockenausbildung“ an Land und den ersten ungestörten Erprobungs- und Tauchfahrten im Hafen oder in gesicherten Übungsgebieten der Ostsee, um die blinde Beherrschung aller Stationen vor dem ersten scharfen taktischen Einsatz sicherzustellen.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Einweisung in die Hebel- und Ventilpläne der Zentrale; Exerzieren der Alarmtauchgänge; Handhabung der Torpedostationen; Trimmübungen.
Standort: Durchführung bei den Ausbildungsflottillen in der Ostsee (z. B. 19., 20. oder 21. U-Flottille) sowie an den Baubelehrungsstützpunkten der Werften.
Qualifikation: Absolvierung nach den Fachlehrgängen (z. B. U-Lehrgang); zwingende Voraussetzung für den Eintritt in die taktische Gruppenausbildung.
Ende 1945: Mit der Einstellung des Schulbetriebs und der Selbstversenkung/Kapitulation der Boote im Mai 1945 beendet.
Spezifische Merkmale
Drill: „Blinde“ Beherrschung der Technik; jeder Handgriff musste unter Stress, bei Lichtausfall oder starker Schräglage des Bootes fehlerfrei sitzen.
Baubelehrung: Während der Endmontage des Bootes auf der Werft begann bereits die vortaktische Schulung der Besatzung am Originalgerät.
Methodik: Nutzung von Tauch- und Trimmständen an Land sowie erste statische Tauchversuche am Kai zur Überprüfung der Dichtigkeit und Gewichtsverteilung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherheit: Die vortaktische Phase minimierte das Risiko von Bedienungsfehlern, die insbesondere bei Tauchmanövern zum sofortigen Totalverlust führen konnten.
Harmonisierung: Formung der Einzelgänger zu einer funktionierenden „Schicksalsgemeinschaft“, in der jeder die Aufgaben des Nachbarn kannte.
Frontreife: Sie legte das technische Fundament, auf dem die taktischen Angriffsverfahren (Rudeltaktik) erst erfolgreich aufgebaut werden konnten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Gliederung der U-Boot-Ausbildung und die Richtlinien der vortaktischen Schulung.
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Berichte über den Ausbildungsstand der neu in Dienst gestellten Frontboote.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Kommandierungen zu den Ausbildungsflottillen zur Durchführung der vortaktischen Ausbildung.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe: Ausbildung, Taktik und Technik“ (Details zum stufenweisen Aufbau der Besatzungsschulung).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Unterseebootsschulen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Organisation der U-Boot-Ausbildungsflottillen).
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