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| Datenblatt
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Hauptlehrgang für Fähnriche
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| Der Hauptlehrgang für Fähnriche war das zentrale akademische und militärfachliche Kernstück der Offiziersausbildung an der Marineschule Mürwik (M.S.M). Er markierte den Übergang von der rein praktischen Seemannschaft auf den Schulschiffen hin zur theoretischen Qualifikation für Führungsaufgaben.
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| Struktur und Einordnung
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| Innerhalb der Offiziersausbildung (der sogenannten Crew-Ausbildung) folgte der Hauptlehrgang meist auf die praktische Bordausbildung als Seekadett und die bestandene Fähnrichsprüfung.
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| Dauer: In Friedenszeiten dauerte der Lehrgang in der Regel etwa 9 Monate (z. B. Juni bis März des Folgejahres). Während des Krieges wurde er oft stark verkürzt oder modularisiert, um den Bedarf an Offizieren schneller zu decken.
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| Ort: Die Ausbildung fand fast ausschließlich an der Marineschule Mürwik in Flensburg statt.
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| Ziel: Vermittlung des theoretischen Fundaments für den Dienst als Wachoffizier.
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| Lehrgangsinhalte
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| Die Ausbildung war breit gefächert und umfasste sowohl nautische als auch militärische Disziplinen:
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| Navigation & Seemannschaft: Vertiefte Astronavigation, Gezeitenkunde und Schiffsführung.
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| Waffentechnik: Einführung in die Artillerie-, Torpedo- und Nachrichtentechnik (wobei hierfür später oft spezialisierte Fachlehrgänge an anderen Schulen folgten).
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| Taktik & Seekriegsrecht: Grundlagen der Verbandsführung und völkerrechtliche Bestimmungen der Kriegführung.
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| Militärische Führung: Menschenführung, Disziplinarrecht und Geschichte.
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| Sprachen: Oftmals Englisch oder Französisch, um den internationalen Anforderungen im Seedienst gerecht zu werden.
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| Abschluss
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| Der Lehrgang endete mit der Seeoffizier-Hauptprüfung. Erst nach erfolgreichem Abschluss und weiteren Speziallehrgängen (z. B. Artillerie- oder Torpedolehrgang) erfolgte die Beförderung zum Oberfähnrich zur See und schließlich zum Leutnant zur See.
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| Für die U-Boot-Waffe war dieser Lehrgang die unumgängliche Voraussetzung, bevor die spezifische U-Boot-Ausbildung (z. B. an der ULD) beginnen konnte
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| Nach Kriegsbeginn
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| Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 führte bei den Crews der späten 1930er Jahre zu massiven Einschnitten in der Ausbildungskontinuität. Besonders die Crew 37 und Crew 38 waren davon betroffen, da sich ihr regulärer Ausbildungsweg direkt mit der Mobilmachung überschnitt
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| Hier sind die spezifischen Anpassungen für diese Jahrgänge
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| Crew 37: Die geteilte Crew
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| Die Crew 37 wurde aufgrund des hohen Bedarfs und der logistischen Herausforderungen bei Kriegsbeginn in mehrere Staffeln (Lehrgänge) unterteilt, was sich auch in den Bezeichnungen wie Crew 37 b widerspiegelt.
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| Abkürzung des Hauptlehrgangs: Während der Hauptlehrgang für Fähnriche normalerweise etwa 9 Monate (z. B. Juni bis März) dauerte, wurden Teile der Crew 37 nach Kriegsausbruch beschleunigt durch die theoretische Ausbildung an der Marineschule Mürwik geschleust.
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| Frontbewährung: Viele Fähnriche der Crew 37 wurden bereits Ende 1939/Anfang 1940 auf Frontboote kommandiert, oft noch bevor alle spezialisierten Fachlehrgänge (Torpedo, Funk etc.) in der Friedensqualität abgeschlossen waren.
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| Crew 38: Ausbildung im Schatten der Mobilmachung
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| Für die Crew 38 änderte sich der Fokus noch deutlicher:
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| Streichung von Ausbildungsinhalten: Kulturelle oder allgemeinbildende Inhalte (wie tiefergehende Sprachstudien), die in Friedenszeiten Teil des Hauptlehrgangs waren, wurden zugunsten von Waffenkunde und Taktik gestrichen.
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| Verschiebung der Fachlehrgänge: Die fachspezifische Ausbildung (z. B. für Ingenieure an der Marinelehrwerkstatt oder für Seeoffiziere an den Torpedoschulen) wurde zeitlich gestrafft. Fähnriche der Crew 38 fanden sich oft schon 1940 als Wachoffiziere auf Booten wieder, während sie unter Friedensbedingungen noch in der Ausbildung gewesen wären.
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| Verkürzte Bordausbildung: Die traditionelle Auslandsreise auf einem Schulschiff (wie der Emden), die normalerweise der Marineschule vorgeschaltet war, wurde für nachfolgende Crews (ab 39) teils komplett gestrichen oder in gesicherte Gewässer (Ostsee) verlegt.
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| Struktur des Kriegshauptlehrgangs
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| Ab 1939 etablierte die Marine den sogenannten Kriegsoffizier-Anwärter-Lehrgang. Dieser war darauf ausgelegt, die Offiziere in nur etwa 20 bis 24 Wochen (statt der üblichen 9 Monate) an der Marineschule Mürwik für den Fronteinsatz vorzubereiten.
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| Ein interessantes Detail: Die Crew 37 b nutzte als inoffizielles Crewabzeichen eine Kombination aus Machete und Palmwedel, was auf ihre ursprüngliche Planung für den Kolonialdienst oder weite Auslandsreisen hindeutete – ein Plan, der durch den Krieg hinfällig wurde.
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| Literaturverweise
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| Karl Peter |
"Seeoffizieranwärter – ihre Ausbildung von 1848 bis heute" Mürwik 1969. Mit einigen Nachträgen von 1973. | → pkgodzik.de
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| Dieter Matthei |
"Marineschule Mürwik - Eine detaillierte Chronik zum 75-jährigen Bestehen" - Mittler in Maximilian Verlag GmbH & Co. KG 1985. | → Amazon
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| Deutsches Marine Institut (Hrsg.) |
"Moderne Ausbildung in historischen Mauern - 100 Jahre Offiziersausbildung an der Marineschule Mürwik" 2010. | → Amazon
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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