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Rekrut

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Personalwesen Rekrut (Ausbildung und Status)
Als Rekrut wurde ein Soldat der Kriegsmarine in den ersten Monaten seiner Dienstzeit bezeichnet, während er die grundmilitärische Ausbildung durchlief. Diese Phase bildete die Basis für jede spätere Spezialisierung, auch innerhalb der U-Boot-Waffe, und diente der Formung des Soldaten nach den Maßstäben der Marine.
Historischer Kontext & Organisation
Einberufung und Stammabteilungen: Die Ausbildung der Rekruten erfolgte in den Marine-Stammabteilungen (M.St.A.) oder speziellen Schiffsstammabteilungen. Hier wurden die jungen Männer, die oft aus zivilen Berufen oder der Hitlerjugend kamen, in den militärischen Alltag eingegliedert.
Grundausbildung (Infanteristisch): Entgegen der Erwartung vieler Freiwilliger bestand der erste Teil der Rekrutenzeit fast ausschließlich aus infanteristischer Ausbildung an Land. Dies umfasste Exerzieren, Waffendienst am Karabiner 98k, Geländeübungen und formale Disziplin. Ziel war die "militärische Grundhaltung", bevor die spezifische Bordausbildung begann.
Marine-Spezifik: Parallel zur Land-Ausbildung wurden die Rekruten in der Seemannschaft unterwiesen. Dazu gehörten Knotenkunde, Rudern in Kähnen, Signalwesen und das Erlernen der Bordterminologie sowie der strengen Hierarchie der Kriegsmarine.
Gliederung der Rekrutenausbildung
Die 1. bis 3. Kompanie: Eine Stammabteilung war meist in Kompanien unterteilt. In den ersten acht bis zwölf Wochen (je nach Kriegsphase) lag der Fokus auf der körperlichen Ertüchtigung und dem Gehorsam.
Spezialisierung (Laufbahnen): Bereits während der Rekrutenzeit wurde über die spätere Laufbahn entschieden (z. B. Laufbahn I: Seedienst, Laufbahn II: Maschinendienst). Rekruten mit technischem Hintergrund wurden bevorzugt den technischen Abteilungen zugewiesen.
Vereidigung: Der feierliche Höhepunkt der Rekrutenzeit war die Vereidigung auf die Fahne. Erst danach galt der Soldat als vollwertiges Mitglied der Wehrmacht und wurde zur weiteren Fachausbildung (z. B. an eine U-Boot-Ausbildungsabteilung) kommandiert.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausleseverfahren: Für die U-Boot-Waffe wurden Rekruten bereits in den Stammabteilungen gesichtet. Nur wer eine überdurchschnittliche Disziplin und körperliche Robustheit zeigte, wurde für die freiwillige Meldung zur U-Boot-Waffe zugelassen.
Physische Basis: Die harte Infanterieausbildung der Rekrutenzeit war die notwendige Voraussetzung für die spätere Belastung auf See. Sie schuf die nötige Härte, die für den Dienst in der Enge und unter dem psychischen Druck eines U-Bootes unerlässlich war.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 61 Akten der Schiffsstammdivisionen und Stammabteilungen. Enthält Ausbildungsrichtlinien und Berichte über die Rekrutenjahrgänge.
BArch RHD 18 Marine-Dienstvorschriften (M.Dv.) zur Ausbildung der Rekruten (z. B. M.Dv. 130: "Handbuch für den Matrosen").
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert den Eintritt als Rekrut und die Zuweisung zu den jeweiligen Stammabteilungen.
Literaturverweise
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Informationen zum Rekrutierungsprozess für die U-Boot-Waffe).
Hildebrand / Röhr "Die deutschen Kriegsschiffe". (Band 1 bietet Hintergrundinformationen zur Personalstruktur und Ausbildung in der Marine).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". (Band II, Kapitel zum Personalwesen und den Stammabteilungen).
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