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| Dienststellung
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Kriegsoffiziersanwärter
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| Als Kriegsoffiziersanwärter wurde ein Marineangehöriger bezeichnet, der aus den Mannschaftsrängen hervorgegangen war und unter erleichterten Bedingungen die Laufbahn zum Offizier einschlug. Diese Laufbahn wurde im Zweiten Weltkrieg geschaffen, um die personellen Verluste an Offizieren der aktiven und der Reservelaufbahn auszugleichen. Besonders verdiente Unteroffiziere konnten von ihren Vorgesetzten für diesen Wechsel vorgeschlagen werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrgänge und einer Bewährungszeit erfolgte die Beförderung zum Kriegsoffizier.
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| Entstehung, Funktion und Laufbahn
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| Voraussetzungen: |
Vorschlag durch Vorgesetzte; Alter unter 25 Jahre und unverheiratet (Ausnahme: Berufs-Unteroffiziere). Unteroffiziere mit mind. 10 Dienstjahren konnten ebenfalls zugelassen werden.
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| Ausbildung: |
Besuch eines vier- bis sechsmonatigen Offiziersanwärterlehrgangs an einer Marineschule. Alternativ war im Feld die Ernennung durch den Einheitsführer möglich.
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| Ernennung: |
Nach dem Lehrgang Ernennung zum Fähnrich zur See oder Oberfähnrich zur See (abhängig vom vorherigen Dienstgrad).
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| Beförderung: |
Die endgültige Beförderung zum Offizier erfolgte im Regelfall nach einer weiteren Dienstzeit von 15 Monaten.
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| Spezifische Merkmale
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| Erleichterungen: |
Im Gegensatz zur regulären Offizierslaufbahn standen hier die praktischen Verdienste und die Bewährung in der Truppe im Vordergrund gegenüber rein akademischen Voraussetzungen.
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| Motivation: |
Schaffung einer Aufstiegsmöglichkeit für erfahrene Unteroffiziere ("Soldaten aus der Truppe") zur Stärkung des Korpsgeistes und der personellen Substanz.
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| Einsatz: |
Kriegsoffiziere wurden primär in Funktionen eingesetzt, die hohe praktische Erfahrung erforderten (z.B. Wachoffiziere auf Sicherungsfahrzeugen oder technische Offiziere).
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Spezialisten: |
Erfahrene Obermaschinisten der U-Boot-Waffe wechselten häufig in die Laufbahn der Kriegsoffiziere (Ing.), um als Leitende Ingenieure (LI) eingesetzt zu werden.
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| Kadererhalt: |
Durch die Beförderung bewährter Unteroffiziere konnte der enorme Bedarf an Führungspersonal für die neu in Dienst gestellten U-Boote gedeckt werden.
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| Praxisbezug: |
Kriegsoffiziere auf U-Booten genossen aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als ehemalige Unteroffiziere oft ein besonders hohes Ansehen bei den Mannschaften.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Akten über die personelle Ergänzung des Offizierskorps und Bestimmungen zur Kriegsoffizierslaufbahn.
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| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zu den Offiziersanwärterlehrgängen für Unteroffiziere.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über den Laufbahnwechsel vom Unteroffizier zum Kriegsoffiziersanwärter.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Personalwesen: Die Offizierslaufbahnen).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Dienstgrade und Laufbahngruppen).
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| Mallmann Showell, J. |
„Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine“ (Details zur Ausbildung der Offiziersanwärter im Krieg).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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