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Marinenachrichtendienstelle Ostende

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Dienststelle Marinenachrichtendienststelle Ostende
Die Marinenachrichtendienststelle Ostende wurde nach der Besetzung Belgiens im Jahr 1940 eingerichtet. Sie war eine operative Dienststelle der Marinenachrichtentruppe an der Kanalküste und unterstand dem Nachrichtenführer West bzw. dem Seekommandanten Flandern. Zu ihren Kernaufgaben gehörten die Sicherstellung des Funk- und Fernsprechverkehrs für die dort stationierten Sicherungsflottillen, die Überwachung des Ärmelkanals mittels Horch- und Peilstellen sowie die Weiterleitung taktischer Meldungen an die operativen Führungsstäbe.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert im Sommer 1940 im Zuge der Besetzung der Kanalküste; administrativ dem Marinebefehlshaber Kanalküste unterstellt.
Standort: Ostende (Belgien). Nutzung strategisch günstiger Gebäude im Hafenbereich sowie von Bunkern für die nachrichtentechnische Ausrüstung.
Aufgabe: Betrieb von Küstenfunkstellen; Signalwesen für den Hafenverkehr; Funkaufklärung (B-Dienst) zur Erfassung britischer Schiffsbewegungen im Kanal.
Ende 1944: Mit dem Rückzug der Wehrmacht aus Belgien im September 1944 wurde die Dienststelle geräumt und die technischen Anlagen gesprengt.
Spezifische Merkmale
Horchdienst: Intensive Überwachung des britischen Funkverkehrs in der südlichen Nordsee und im Ärmelkanal zur frühzeitigen Warnung vor Angriffen.
Vernetzung: Zentrale Schaltstelle zwischen den Vorpostenflottillen und den schweren Küstenbatterien zur Zielzuweisung und Lagekoordination.
Luftschutz: Aufgrund der permanenten Bedrohung durch alliierte Luftangriffe waren die Fernsprechvermittlungen und Funkräume in massiven Regelbunkern untergebracht.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Durchmarsch: Die Dienststelle sicherte die Funkverbindungen für U-Boote, die den Ärmelkanal während der ersten Kriegsjahre als Marschweg nutzten.
Warnwesen: Übermittlung von Warnmeldungen über britische Schnellboot-Aktivitäten und Minenlagen an die ein- und auslaufenden Boote.
Wetterdienst: Bereitstellung lokaler Wetterdaten für die operative Planung der U-Flottillen im Bereich der südlichen Nordsee.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Organisation des Nachrichtenwesens im Bereich des Marinebefehlshabers Kanalküste.
BArch RM 35 Marinebefehlshaber in den besetzten Gebieten: Unterlagen zur nachrichtentechnischen Infrastruktur in Belgien und Nordfrankreich.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Nachrichtenoffizieren und Funkmeistern am Standort Ostende.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Nachrichtenwesen: Küstenfunkstellen).
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst“ (Details zur Netzstruktur an der Kanalküste).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Nachrichtenführer im Westen).
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