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| Dienststellung
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Stabsführer Volkssturm
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| Der Stabsführer beim Deutschen Volkssturm war eine zentrale administrative Dienststellung auf Ebene der Gau- oder Kreisstabsführungen. Er war für die organisatorische Vorbereitung, Erfassung und Ausrüstung der Volkssturmeinheiten innerhalb eines Gaues verantwortlich. Als engster Mitarbeiter des Gauleiters (in dessen Funktion als Gauleiter des Volkssturms) koordinierte er die Aufstellung der Bataillone und die Zusammenarbeit mit den regulären Wehrmachtsteilen sowie der NSDAP-Parteikanzlei.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Errichtung im Herbst 1944 mit der Stiftung des Deutschen Volkssturms (Erlass vom 25.09.1944).
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| Aufgaben: |
Erfassung der wehrfähigen Männer (Jahrgänge 1884–1928); Organisation der Bewaffnung (oft Beutewaffen); Planung von Schanzarbeiten und Verteidigungslinien.
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| Unterstellung: |
Fachlich dem Reichsführer-SS (als Befehlshaber des Ersatzheeres) und politisch dem zuständigen Gauleiter unterstellt.
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| Ende 1945: |
Mit der Besetzung des Reichsgebietes und der Auflösung der NSDAP-Strukturen im April/Mai 1945 erlosch die Funktion.
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| Spezifische Merkmale
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| Milizcharakter: |
Der Stabsführer musste die Aufstellung unter extremem Materialmangel und ohne ausreichende militärische Infrastruktur organisieren.
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| Schnittstelle: |
Koordination der Zuweisung von Ausbildern (oft verwundete oder ältere Offiziere) aus dem Ersatzheer an die Volkssturmbataillone.
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| Bewaffnung: |
Verantwortlich für die Verteilung der „Volksbewaffnung“, insbesondere der Panzerfaust als primärem Abwehrmittel gegen feindliche Panzerspitzen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Personalsperre: |
Der Volkssturm konkurrierte in der Endphase mit der Marine um die letzten Personalreserven; Marinesoldaten in Landdienststellen wurden teils als Ausbilder abgestellt.
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| Stützpunktschutz: |
In den großen Kriegshäfen (Kiel, Wilhelmshaven) kooperierte der Stabsführer mit der Marineführung zur Bildung von „Alarmeinheiten“ aus Werftarbeitern und Volkssturm.
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| Endkampf: |
U-Boot-Personal ohne Boote wurde 1945 oft in Kampfgruppen eingegliedert, die gemeinsam mit Volkssturmeinheiten zur Verteidigung der Küstenfestungen eingesetzt wurden.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch NS 6 |
Kanzlei des Stellvertreters des Führers / Partei-Kanzlei: Akten über die Errichtung und Organisation des Deutschen Volkssturms.
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| BArch RH 53 |
Wehrersatzdienststellen: Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und Volkssturm-Stabsführungen.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über Wehrmachtsoffiziere, die als Berater in Volkssturmstäben tätig waren.
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| Literaturverweise
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| Mammach, Klaus |
„Der Volkssturm. Das letzte Aufgebot 1944/45“.
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| Yelton, David K. |
„Hitler's Volkssturm: The Nazi Militia and the Fall of Germany, 1944–1945“.
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Das Ende: Zusammenwirken mit dem Volkssturm).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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