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Deutscher Volkssturm

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Organisation Deutscher Volkssturm
Der Deutsche Volkssturm wurde per Erlass vom 25.09.1944 als „letztes Aufgebot“ des Dritten Reiches ins Leben gerufen. Er umfasste alle wehrfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren, die nicht bereits in der Wehrmacht dienten. Die Organisation lag in den Händen der NSDAP (Gauleiter als Reichsverteidigungskommissare), während die militärische Ausbildung dem Befehlshaber des Ersatzheeres (Himmler) unterstand. In der Endphase des Krieges 1945 wurde der Volkssturm zur Verteidigung der „Heimatfront“, zum Bau von Schanzanlagen und in aussichtslosen Kämpfen gegen die vorrückenden Alliierten eingesetzt.
Entstehung, Funktion und Gliederung
Aufstellung: Erlass Adolf Hitlers am 25.09.1944; offizielle Proklamation am 18.10.1944 (Jahrestag der Völkerschlacht).
Gliederung: Aufteilung in Aufgebote (I: Kampffähig, II: Lokale Verteidigung, III: Ausbildung/HJ, IV: Objektschutz); Gliederung in Bataillone und Kompanien.
Bewaffnung: Akuter Mangel an Standardwaffen; Einsatz von Beutegut, Jagdgewehren und „Volkssturmgewehren“. Die Panzerfaust war das primäre Kampfmittel.
Ende 1945: Mit der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 und dem Verbot der NSDAP-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Uniformierung: Meist Zivilkleidung mit der Armbinde „Deutscher Volkssturm - Wehrmacht“; teilweise Parteiuniformen oder alte Bestände der Organisation Todt.
Status: Völkerrechtliche Einstufung als Kombattanten durch die Armbinde, was jedoch von den Alliierten (insbes. im Osten) oft missachtet wurde.
Befehlskette: Duale Führung zwischen Gauleitung (Organisation/Politik) und Wehrmachtsbefehlshabern (operativer Einsatz im Gefecht).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktsicherung: In Festungshäfen wie Kiel oder Gdingen bildeten Volkssturm-Bataillone gemeinsam mit Marine-Alarmeinheiten den äußeren Verteidigungsring.
Personalmangel: U-Boot-Spezialisten ohne Boote wurden 1945 oft als Ausbilder oder Führer für Volkssturm-Kompanien (Panzerjagd) abkommandiert.
Werftschutz: Einbeziehung der verbliebenen Werftarbeiter in Volkssturmeinheiten zur Verteidigung der U-Boot-Bunkeranlagen gegen herannahende Landstreitkräfte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch NS 6 Partei-Kanzlei der NSDAP: Akten über die Mobilisierung und die Erlasse zur Aufstellung des Volkssturms.
BArch RH 53 Wehrersatzdienststellen: Unterlagen zur Erfassung der Jahrgänge und der Zusammenarbeit mit den Gauleitungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Marineangehörige, die als Ausbilder oder Führer zum Volkssturm versetzt wurden.
Literaturverweise
Mammach, Klaus „Der Volkssturm. Das letzte Aufgebot 1944/45“ (Detaillierte Analyse der Organisation).
Seidler, Franz W. „Deutscher Volkssturm: Das letzte Aufgebot 1944/45“ (Dokumentation von Gliederung und Bewaffnung).
Yelton, David K. „Hitler's Volkssturm“ (Studie über die soziale und militärische Struktur).
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