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Marine-Grenadierregiment 6

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Verband Marine-Grenadierregiment 6
Das Marine-Grenadierregiment 6 wurde ab Februar 1945 im Raum Husum (Nordfriesland) als Teil der 2. Marine-Infanteriedivision aufgestellt. Der Verband bestand aus zwei Bataillonen sowie einer 13. und 14. Kompanie. Das Regiment kam im April 1945 in verlustreichen Abwehrkämpfen gegen britische Truppen an der Weser und Aller zum Einsatz. Nach dem Durchbruch gegnerischer Panzerspitzen im Raum Walsrode wurden weite Teile des Regiments zerschlagen oder gerieten in Gefangenschaft. Die verbliebenen Reste wurden zur weiteren Verteidigung der 15. Panzergrenadier-Division unterstellt.
Entstehung, Gliederung und Ende
Aufstellung: Februar 1945 bei Husum; Formierung als infanteristischer Erdkampfverband der Kriegsmarine.
Gliederung: Stab, I. und II. Bataillon sowie eine 13. (Infanterie-Geschütz) und 14. (Panzerjäger) Kompanie.
Unterstellung: 2. Marine-Infanteriedivision; im Endkampf zeitweise der 15. Panzergrenadier-Division zugeordnet.
Ende 1945: Zerschlagung im April/Mai 1945 im Raum Rotenburg/Scheeßel; Kapitulation der Reste gegenüber britischen Streitkräften.
Operativer Werdegang (April 1945)
Weser-Einsatz: Kurzzeitiger infanteristischer Einsatz im Raum Nienburg zur Sicherung der Weserlinie.
Aller-Front: Verteidigung einer Linie nördlich der Aller zwischen Kirchboitzen, Altenwahlingen und Walsrode.
Rückzug: Nach schweren Verlusten und Umgehung durch britische Panzer Rückzugskämpfe in den Raum Rotenburg - Scheeßel.
Spezifische Merkmale
Personalpool: Rekrutierung aus Marineangehörigen der Nordseestation, die mangels schwimmender Einheiten für das „letzte Aufgebot“ an Land umgeschult wurden.
Bewaffnung: Überwiegend leichte Infanteriewaffen und Panzerfäuste; mangelhafte Ausstattung mit schweren Unterstützungswaffen und Transportmitteln.
Kampfkraft: Trotz hoher Einsatzbereitschaft litt der Verband unter der fehlenden taktischen Ausbildung für den kombinierten Landkrieg gegen gepanzerte Verbände.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Fachpersonal: Einreihung zahlreicher U-Boot-Spezialisten und technischer Dienstgrade in das Regiment, deren Boote nicht mehr zum Einsatz kamen.
Kaderverlust: Die Aufreibung des Regiments an der Allerfront bedeutete den Verlust qualifizierter Marinekader im aussichtslosen Erdkampf der letzten Kriegswochen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 8 Oberkommando der Kriegsmarine: Akten über die Aufstellung der 2. Marine-Infanteriedivision und ihrer Regimenter.
BArch RH 2 Heeresgruppe Blumentritt: Berichte über die Abwehrkämpfe an Weser und Aller im April 1945.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Versetzungen von Marine-Stammabteilungen zum Grenadierregiment 6.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marine-Infanterie: Regimenter der 2. M.I.D.).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Gliederung des Grenadierregiments 6).
Konetzny, Stefan „Die Marine-Infanterie der Kriegsmarine 1944–1945“ (Einsatzberichte Raum Walsrode).
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