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| Dienststelle
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Kommandantur Pillau
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| Die Kommandantur Pillau war die zentrale territoriale Militärbehörde für den strategisch entscheidenden See- und Festungsplatz Pillau in Ostpreußen. Sie unterstand truppendienstlich dem Kommandierenden Admiral der Ostsee (später MOK Ost). Der Kommandant (meist im Rang eines Kapitän zur See oder Konteradmiral) war verantwortlich für die militärische Sicherheit des Hafens, die Führung der ortsfesten Marine-Artillerie und Flak sowie die Koordination aller landseitigen Marineeinheiten. Mit der Erklärung Pillaus zur „Festung“ im Jahr 1945 weitete sich die Befugnis auf die gesamte Verteidigung gegen die herannahende Rote Armee aus.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Bereits vor 1939 bestehend; Sitz in der Festung Pillau (Ostpreußen).
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| Aufgabe: |
Hafenkapitänsdienst; Überwachung der Seesperren; Führung der Marine-Artillerie-Abteilungen (M.A.A.); Standortverwaltung; Objektschutz.
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| Unterstellung: |
Marinestation der Ostsee; ab 1944 Marineoberkommando Ost (MOK Ost).
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| Ende 1945: |
Schwere Kämpfe und Evakuierung im April 1945; Kapitulation der verbliebenen Reste nach dem Rückzug auf die Frische Nehrung im Mai 1945.
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| Spezifische Merkmale
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| Festung: |
Pillau war der Schlüssel zur Danziger Bucht; die Kommandantur sicherte die einzige Durchfahrt vom Frischen Haff zur Ostsee (das Tief).
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| Evakuierung: |
1945 zentrale Drehscheibe für die Operation Hannibal; die Kommandantur regelte den massiven Flüchtlingsstrom und den Abtransport der Verwundeten.
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| Führung: |
Bekannte Kommandanten waren u. a. Konteradmiral Burchardi und Kapitän zur See (später Konteradmiral) Mewis.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Ausbildungsbasis: |
Pillau war Sitz der 1. U-Lehrdivision; die Kommandantur sicherte die Infrastruktur für die Ausbildung hunderter U-Boot-Besatzungen.
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| Sicherung: |
Koordination der Hafenschutz- und Sperrflottillen, die die Übungsgebiete der U-Boote vor sowjetischen U-Booten und Minen schützten.
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| Transit: |
Überwachung der Ein- und Auslaufwege für U-Boot-Neubauten auf dem Marsch von den Danziger Werften nach Westen.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 112 |
Marinestation der Ostsee: Akten über die Festungs- und Standortkommandantur Pillau.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die Verteidigung Ostpreußens und die Bedeutung des Seeplatzes Pillau.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge der Festungskommandanten und Stabsoffiziere am Standort Pillau.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation der Ostsee).
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| Koop / Schmolke |
„Die deutschen Marinestützpunkte: Pillau, Gotenhafen und Danzig“.
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Festungskommandanten).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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