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Katapultlehrgang

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Ausbildung Katapultlehrgang
Der Katapultlehrgang war ein hochspezialisierter technischer und operativer Fachlehrgang für Bordflugzeug-Personal (Piloten und Beobachter) sowie für das technische Personal der Katapult-Anlagen auf Schiffen der Kriegsmarine. Er vermittelte die physikalischen und mechanischen Grundlagen des Katapultstarts von Bordflugzeugen (z. B. Ar 196) mittels Druckluft- oder Pulverbeschleunigung. Die Ausbildung umfasste die Vorbereitung der Maschine, die Abstimmung zwischen Brücke und Katapultbedienung sowie das kritische Verhalten während der Startphase und der anschließenden Wasserlandung mit dem Wiederaufnehmen des Flugzeugs durch den Bordkran.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Bedienung der Katapultanlagen; Wartung der Beschleunigungsschlitten; Einweisung in Startprozeduren; Sicherheitstraining bei Fehlstarts.
Standort: Durchführung an den Seefliegerschulen (z. B. Parow oder Bug/Rügen) sowie auf den Katapultschiffen (z. B. Sperber, Bussard) und schweren Einheiten.
Qualifikation: Teilnahme von fliegendem Personal der Bordfliegerstaffeln und spezialisierten Mechanikern der Waffen- und Flugzeugtechniker-Laufbahnen.
Ende 1945: Mit der Außerdienststellung der Katapultschiffe und schweren Einheiten nach der Kapitulation beendet.
Spezifische Merkmale
Technik: Beherrschung der K-Anlagen (z. B. Heinkel- oder Demag-Katapulte), die das Flugzeug auf engstem Raum auf Startgeschwindigkeit brachten.
Koordination: Intensives Training der Zusammenarbeit zwischen dem Katapultoffizier auf dem Schiff und dem Flugzeugführer in der Maschine.
Notverfahren: Schulung von Sofortmaßnahmen bei Druckabfall oder Verklemmungen des Schlittens unmittelbar vor dem Startpunkt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Aufklärung: Katapultierte Bordflugzeuge lieferten weiträumige Sichtmeldungen, die für die strategische Ansetzung von U-Booten gegen feindliche Verbände genutzt wurden.
Deckschutz: Die Ausbildung sicherte die schnelle Startbereitschaft von Bordjägern oder Aufklärern zum Schutz der eigenen Schiffe vor feindlicher Luft- und U-Boot-Bedrohung.
Spezial-U-Boote: Die technischen Erkenntnisse flossen in die Erprobung von Kleinstflugzeugen (z. B. Arado Ar 231) ein, die zeitweise für den Einsatz auf großen U-Booten vorgesehen waren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 7 Luftwaffenkommando: Akten über die Ausbildung des Bordfliegerpersonals an Katapultanlagen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Ausrüstung der Flotte mit Katapulten und die operative Nutzung der Bordflugzeuge.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis über den erfolgreichen Abschluss des „Katapultlehrgangs“.
Literaturverweise
Dierich, Wolfgang „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Details zur Bordfliegerausbildung).
Jung / Wenzel „Die Schiffe der deutschen Kriegsmarine 1935-1945 und ihr Verbleib“ (Informationen zu Katapultschiffen).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Seefliegerkräfte).
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