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Marinenachrichtendienst Trouville

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Dienststelle Marinenachrichtendienst Trouville
Die Nachrichtendienststellen in Trouville-sur-Mer an der Kanalküste gehörten zum Bereich des Seekommandanten Seine-Somme (später Admiral Kanalküste). Trouville war ein operativer Knotenpunkt für die See- und Luftraumüberwachung in der Seine-Bucht. Hier befanden sich wichtige Funkmessstellungen (Radar) der Marine sowie Dienststellen des B-Dienstes (Beobachtungsdienst), die den alliierten Funkverkehr im Ärmelkanal überwachten. Die Stationen in Trouville lieferten entscheidende Zieldaten für die Küstenartillerie und die Schnellboot-Flottillen in Le Havre. Mit der alliierten Landung in der Normandie im Juni 1944 wurde die Station zu einem primären Angriffsziel und während der Rückzugskämpfe im August 1944 zerstört.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Sommer 1940 nach der Besetzung der Normandie; Ausbau zur Funkmess-Großstation 1942/43.
Aufgabe: See- und Luftraumüberwachung; Funkaufklärung (B-Dienst); Meldewesen für die Küstenverteidigung; Wetterbeobachtung.
Technik: Einsatz von Funkmessgeräten (z. B. "Würzburg-Riese" und "Freya") zur Ortung von Schiffskonvois und Flugzeugverbänden.
Ende 1944: August 1944; Räumung und Sprengung der Anlagen vor den anrückenden alliierten Bodentruppen.
Spezifische Merkmale
Strategie: Trouville bildete zusammen mit Le Havre die "Zange" zur Überwachung der Seewege vor der Seine-Mündung.
Personal: Einsatz von Marine-Nachrichtenhelferinnen und spezialisierten Funkmeistern der 2. Marine-Nachrichtenabteilung.
B-Dienst: Die Station war bekannt für die erfolgreiche Erfassung britischer Funktelegramme aus dem Raum Portsmouth/Southampton.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Geleitschutz: Meldungen über feindliche Zerstörerbewegungen im Ärmelkanal ermöglichten U-Booten auf dem Transit sicherere Durchbruchsversuche.
Warndienst: Frühzeitige Warnung vor alliierten "Hunter-Killer"-Gruppen, die von England aus gegen die U-Boot-Wegesysteme operierten.
Aufklärung: Übermittlung von Radardaten an den BdU zur taktischen Beurteilung der Bedrohungslage für die in Nordfrankreich stationierten Boote.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über den Aufbau und die Effektivität des Marinenachrichtendienstes an der Kanalküste.
BArch RM 121 Marinenachrichtentruppen: Akten über die Standorte und technischen Ausrüstungen der Funkmessabteilungen in Frankreich.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen bei den Nachrichteneinheiten im Raum Trouville/Le Havre.
Literaturverweise
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst: Technische Entwicklung und operativer Einsatz“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Das Nachrichtenwesen im Westen).
Trenkle, Fritz „Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945“ (Details zu den Küstenstationen).
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