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Wehrpsychologischer Fortbildungslehrgang

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Ausbildung Wehrpsychologischer Fortbildungslehrgang
Der Wehrpsychologische Fortbildungslehrgang war eine spezialisierte Schulung für Seeoffiziere und Sanitätsoffiziere der Kriegsmarine. Ziel des Lehrgangs war die Vermittlung von Kenntnissen in der Eignungsprüfung, Menschenführung und der psychologischen Beurteilung von Unterstellten. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Durchführung von Auswahlverfahren für Speziallaufbahnen sowie der Erkennung und Behandlung von psychischen Belastungsreaktionen (damals oft als "Neurosen" oder "Ermüdungserscheinungen" bezeichnet). Die Teilnehmer lernten die Anwendung wehrpsychologischer Testverfahren zur Optimierung der personellen Besetzung auf den Einheiten.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Durchführung: Organisiert durch die Inspektion des Bildungswesens in Zusammenarbeit mit der wehrpsychologischen Prüfstelle der Marine.
Aufgabe: Schulung in Charakterbeurteilung; Durchführung von Eignungsuntersuchungen; Methoden der Menschenführung; psychologische Unfallforschung.
Standort: Marinestationen Kiel oder Wilhelmshaven; Berlin (Zentralabteilung OKM); Marineschule Mürwik.
Ende 1942: Im Zuge der Einstellung der wissenschaftlichen Wehrpsychologie in der Wehrmacht 1942 wurden diese Lehrgänge in ihrer klassischen Form reduziert oder eingestellt.
Spezifische Merkmale
Selektion: Die Absolventen fungierten oft als Beisitzer in den Annahme- und Auswahlkommissionen für den Offiziersnachwuchs.
Wissenschaft: Nutzung von Apparaten zur Reaktionsmessung und charakterologischen Deutungsverfahren (Graphologie, Physiognomik).
Führung: Vermittlung von Techniken zur Aufrechterhaltung der Disziplin und Kampfmoral unter extremen Stressbedingungen an Bord.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Eignungsprüfung: Entwicklung spezifischer psychotechnischer Tests zur Auswahl von U-Boot-Personal (Tauglichkeit für enge Räume/Stressresistenz).
Moralforschung: Untersuchung der psychischen Auswirkungen langer Feindfahrten auf die Besatzungen zur Ableitung von Erholungsphasen.
Kommandantenauswahl: Anwendung wehrpsychologischer Kriterien bei der Besetzung von Kommandantenstellen für die neuen Elektro-U-Boote (Typ XXI).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Einrichtung und Lehrpläne der wehrpsychologischen Fortbildungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis der Teilnahme am „Wehrpsychologischen Fortbildungslehrgang“.
BArch RM 8 Marinepersonalamt: Unterlagen zur Eignungsprüfung und den Richtlinien für die wehrpsychologische Begutachtung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Das Sanitäts- und Bildungswesen).
Geuter, Ulfried „Die Professionalisierung der deutschen Psychologie im Nationalsozialismus“ (Details zur Wehrpsychologie).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Fachdienststellen).
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