| Clay Blair (1925–1998) war ein US-amerikanischer Historiker und Journalist, der mit seinem zweibändigen Monumentalwerk „Der U-Boot-Krieg“ (Originaltitel: „Hitler’s U-Boat War“) eine der umfassendsten Analysen der Schlacht im Atlantik vorlegte. Im Gegensatz zu vielen deutschen Autoren betrachtete Blair den Konflikt konsequent aus einer alliierten, strategischen Perspektive und stützte sich dabei massiv auf die damals neu zugänglich gemachten „Ultra“-Unterlagen der britischen Codeknacker in Bletchley Park. Er vertrat die provokante, aber durch Statistiken untermauerte These, dass der deutsche U-Boot-Krieg trotz punktueller Erfolge zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in der Lage war, die britische Versorgungslinie vollständig zu unterbrechen oder den Krieg zu entscheiden. Blair, der im Zweiten Weltkrieg selbst als Besatzungsmitglied auf dem US-U-Boot USS Guardfish diente, zeichnet sich durch einen harten, analytischen Stil aus, der vor allem die Fehlentscheidungen der deutschen Seekriegsleitung und die technologische Überlegenheit der Alliierten in den Vordergrund rückt. Sein Werk gilt heute als unverzichtbares Korrektiv zur rein deutschen Geschichtsschreibung, da es die operativen Erfolge der U-Boot-Waffe in den Kontext der globalen alliierten Rüstungs- und Entzifferungsleistungen stellt.
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