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12. Räumbootsflottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband 12. Räumbootsflottille
Die 12. Räumbootsflottille wurde im Mai 1942 in Brügge aufgestellt. Nach Einsätzen im Kanalgebiet (Boulogne/Rotterdam) erfolgte ab April 1943 eine spektakuläre Verlegung über französische Flüsse und auf dem Landweg ins Mittelmeer. Die Flottille operierte unter schwersten Bedingungen in Italien, der Ägäis und der Adria. Sie war an der Besetzung der griechischen Inseln (Kefalonia/Leros) beteiligt. Aufgrund massiver alliierter Luftüberlegenheit erlitt der Verband im Jahr 1944 schwerste Verluste in der Adria. Nach der Vernichtung der meisten Boote wurde die Flottille im Februar 1945 offiziell aufgelöst.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Mai 1942 in Brügge; Einsatz zunächst unter der 2. Sicherungs-Division.
Aufgabe: Minenräumdienst; Geleitsicherung; Rettungseinsätze; Beteiligung an Landungsunternehmen und Inselbesetzungen.
Standorte: Boulogne, Rotterdam, Le Havre; ab Juni 1943 Marseille, Salerno, Salamis, Piräus, Genua, Pola.
Ende 1945: Auflösung im Februar 1945 nach weitgehender Vernichtung des Bootsbestandes durch Luftangriffe.
Operativer Werdegang & Besonderheiten
Verlegung: Transport der Boote (u.a. R 194, R 195) teilzerlegt via Seine-Yonne und auf Straßentrailern zur Saône/Rhône nach Marseille.
Kriegsverbrechen: September 1943: Teilnahme an der Besetzung von Kefalonia (Umfeld des Massakers an italienischen Soldaten der Division „Acqui“).
Verluste: Hohe Ausfallrate durch Minentreffer (R 176, R 74) und Luftangriffe (R 186, R 194, R 187, R 188, R 191).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Mittelmeer-Sicherung: Die 12. R-Flottille sicherte die Küstenwege und Hafenzufahrten für deutsche U-Boote im italienischen und griechischen Raum.
Geleitschutz: Schutz von Versorgungstransporten, die auch die logistische Basis für die 29. U-Flottille in Salamis/Piräus bildeten.
Personal: Austausch von Erfahrungen in der Minenabwehr, die für U-Boote beim Durchfahren der stark verminten Adria-Zugänge kritisch war.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 61 Räumbootsflottillen: Kriegstagebücher, Verlustmeldungen und Berichte über die Landverlegungen der 12. R-Flottille.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die operative Lage im Mittelmeer und die Besetzung der Ägäis-Inseln.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen auf den Booten der 12. R-Flottille.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Räumbootsflottillen).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 2: Torpedoboote, Schnellboote, Minensuchboote, Räumboote).
Hümmelchen, Gerhard „Die deutschen Räumboote im Zweiten Weltkrieg“.
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