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| Dienststellung
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6. Admiralstabsoffizier
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| Der 6. Admiralstabsoffizier (6. Asto) war ein spezialisierter Stabsoffizier in den großen Marineoberkommandos (MOK) oder in den Stäben der Flottenstreitkräfte, der explizit für die operative Koordination und den Einsatz der Unterseeboote im jeweiligen Befehlsbereich zuständig war. Er fungierte als fachliche Schnittstelle zwischen dem Befehlshaber der Unterseeboote (BdU) und dem territorialen Marinebefehlshaber. Sein Aufgabengebiet umfasste die taktische Einweisung der Boote in die Gegebenheiten des Operationsgebietes, die Überwachung der Ein- und Auslaufwege sowie die Koordination der Luftsicherung für U-Boote in Küstennähe.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufgaben: |
Operative U-Boot-Einsatzplanung im Befehlsbereich; Überwachung der U-Boot-Sicherungswege; Koordination der Versorgungsdienste; Fachberatung des Admirals.
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| Standort: |
Einsatz in den Stäben der Marineoberkommandos (z. B. MOK West, MOK Norwegen, MOK Ost).
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| Qualifikation: |
Erfahrene U-Boot-Kommandanten mit Admiralstabsausbildung, die über fundierte Kenntnisse der operativen U-Boot-Führung verfügten.
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| Ende 1945: |
Mit der Auflösung der Marineoberkommandos und des BdU-Stabes nach der Kapitulation im Mai 1945 erlosch diese Dienststellung.
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| Spezifische Merkmale
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| Schnittstelle: |
Der 6. Asto stellte sicher, dass die territorialen Sicherheitskräfte (Minensucher, Vorpostenboote) die Operationen der U-Boot-Waffe optimal unterstützten.
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| Nachrichtendienst: |
Enge Zusammenarbeit mit dem 4. Asto (Nachrichtendienst) zur Auswertung von Feindmeldungen für die unmittelbare U-Boot-Ansetzung.
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| Status: |
Er war der fachliche Repräsentant der U-Boot-Interessen innerhalb eines primär auf Überwasserstreitkräfte oder Küstenverteidigung ausgerichteten Stabes.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| BdU-Verbindung: |
Er hielt die Verbindung zum Stab des BdU (Op-Abteilung) und sorgte für die Umsetzung der zentralen Weisungen im lokalen Befehlsbereich.
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| Sicherung: |
Organisation der "Wegesicherung" (Minenfreiheit) für Frontboote beim Passieren der kritischen Küstengewässer in Frankreich oder Norwegen.
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| Logistik: |
Koordination der Zuweisung von Werftkapazitäten und Liegeplätzen in den Frontstützpunkten in Abstimmung mit den Flottillenchefs.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Akten über die Geschäftsverteilungspläne der Marineoberkommandos und die Aufgaben der Admiralstabsoffiziere.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge von U-Boot-Kommandanten mit der Verwendung als „6. Asto“ in den MOK-Stäben.
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| BArch RM 87 |
Befehlshaber der Unterseeboote: Schriftverkehr mit den 6. Admiralstabsoffizieren der verschiedenen Marinebefehlshaber.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel: Die Organisation der Stäbe).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Admiralstabsoffiziersstellen).
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| Hessler, Günter |
„The U-Boat War in the Atlantic 1939–1945“ (Informationen zur operativen Koordination).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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