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| Dienststelle
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Abteilung Hakone-Karuizawa (Japan)
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| Die Abteilung Hakone-Karuizawa war eine rückwärtige Dienststelle des Marineattachés in Tokio. Sie wurde gegen Ende des Krieges (1944/45) aufgrund der zunehmenden alliierten Luftangriffe auf die japanischen Ballungsräume eingerichtet. Die Abteilung diente als Ausweichquartier für den Stab des Marineattachés sowie als Erholungs- und Internierungsort für deutsches Marinepersonal, insbesondere für Besatzungen von Blockadebrechern und U-Booten (Gruppe Monsun). In den Kurorten Hakone und Karuizawa wurden Hotels und Villen beschlagnahmt, um die Verwaltung und Versorgung des Personals fernab der gefährdeten Hafenstädte sicherzustellen.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Ende 1944 als Dezentralisierungsmaßnahme des Marineattaché-Stabes Tokio; unter der Leitung von Stabsoffizieren des Attaché-Stabes.
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| Standorte: |
Hakone (Präfektur Kanagawa) und Karuizawa (Präfektur Nagano). Beides traditionelle Kurorte im japanischen Hochland.
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| Aufgabe: |
Verwaltung des Marinepersonals; Sicherstellung der Verpflegung; medizinische Betreuung; Aufrechterhaltung der Disziplin in der Wartezeit.
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| Ende 1945: |
Nach der Kapitulation Japans im September 1945 durch US-Truppen besetzt; anschließende Internierung des Personals in Lagern (z. B. Uraga).
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| Spezifische Merkmale
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| Evakuierung: |
Karuizawa entwickelte sich zum „Diplomaten-Ghetto“, in dem neben der deutschen Botschaft auch zahlreiche ausländische Vertretungen Schutz suchten.
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| Alltag: |
Das Marinepersonal unterlag strengen Auflagen der japanischen Behörden (Kempeitai), die Bewegungsfreiheit außerhalb der Kurorte war stark eingeschränkt.
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| Logistik: |
Die Abteilung koordinierte die Verteilung von Restbeständen an deutschen Versorgungsgütern an die in den Bergen festsitzenden Soldaten.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Personal: |
Unterbringung von U-Boot-Besatzungen, deren Boote in den Werften von Kobe oder Singapur instand gesetzt wurden oder verloren gegangen waren.
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| Monsun-Boote: |
Offiziere der Monsun-Gruppe nutzten die Standorte zur taktischen Nachbereitung und Erholung zwischen den strapaziösen Feindfahrten im Indischen Ozean.
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| Übernahme: |
Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 (Operation Regenbogen) wurden die Besatzungen der in Japan verbliebenen Boote hier bis zur japanischen Kapitulation kaserniert.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 12 |
Marineattachés: Akten über die Verlagerung der Dienststellen in Japan und die personelle Belegung der Lager Hakone und Karuizawa.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die Lage des Marinepersonals in Japan nach der Kapitulation 1945.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit dem Vermerk „Abteilung Hakone“ oder „Karuizawa“ in der Endphase des Krieges.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Stützpunkte in Ostasien).
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| Rössler, Eberhard |
„Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zum Schicksal der Monsun-Besatzungen in Japan).
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| Wenneker, Paul |
„Berichte des Marineattachés Tokio 1940–1945“ (Informationen zur Verlagerung des Stabes).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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