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| Ausbildung / Organisation
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Durchgangslehrgang
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| Der Durchgangslehrgang war eine organisatorische Zwischenstation für Marinepersonal, das sich im Übergang zwischen verschiedenen Dienststellungen, nach Lazarettaufenthalten oder vor der Neuzuweisung zu einem Frontverband befand. Er diente primär der administrativen Erfassung, der Überprüfung des Ausbildungsstandes sowie der Auffrischung militärischer Grundkenntnisse (Exerzierdienst, Waffenlose Selbstverteidigung, Vorschriftenkunde). Diese Lehrgänge wurden meist bei den Marine-Ersatzabteilungen (M.E.A.) oder den Schiffsstammabteilungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass „bootloses“ Personal disziplinarisch geführt wurde und für sofortige Kommandierungen in den Personalpools (Stammkompanien) bereitstand.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufgaben: |
Personalüberprüfung; Ergänzung der Ausrüstung; Impfschutz-Kontrolle; infanteristische Auffrischung; politische Schulung.
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| Standort: |
Marine-Ersatzabteilungen (z. B. 9. M.E.A. Waren); Schiffsstammabteilungen; U-Stammkompanien in den Hauptstützpunkten.
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| Dauer: |
Variabel (meist 2 bis 4 Wochen), abhängig vom Eintreffen neuer Marschbefehle oder der Fertigstellung von Neubauten.
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| Ende 1945: |
Mit der Auflösung des Ersatzwesens und der Demobilisierung nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945 beendet.
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| Spezifische Merkmale
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| Disziplin: |
Der Durchgangslehrgang verhinderte das „Erschlaffen“ der militärischen Ordnung bei Personal, das längere Zeit ohne festes Bordkommando war.
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| Selektion: |
Sichtung von Spezialisten (Funker, Maschinisten) für dringende Ersatzanforderungen der Frontflottillen.
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| Verwaltung: |
Aktualisierung der Wehrpässe und Stammrollen vor der Kommandierung zur Baubelehrung oder zum Frontstützpunkt.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Personalreserve: |
U-Boot-Männer, die ihr Boot durch Versenkung verloren hatten und gerettet wurden, durchliefen nach dem Genesungsurlaub zwingend einen Durchgangslehrgang.
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| Ausbildungskette: |
Bindeglied zwischen der allgemeinen Marine-Grundausbildung und der spezialisierten U-Boot-Ausbildung an den U-Lehrdivisionen (ULD).
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| Sammelpunkt: |
In der Endphase 1945 dienten diese Lehrgänge als Sammelbecken für die Aufstellung von Marine-Schützen-Bataillonen aus überschüssigem U-Personal.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Richtlinien über die Durchführung von Durchgangs- und Auffanglehrgängen.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit den Vermerken „kommandiert zum Durchgangslehrgang“ bei verschiedenen Ersatzabteilungen.
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| BArch RM 112 |
Marinestation der Ostsee: Akten über die personelle Bewirtschaftung und die Kapazitäten der Durchgangslager.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel: Das Ersatzwesen).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Stamm- und Ersatzabteilungen).
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| Tessin, Georg |
„Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS“ (Band 1: Die Marine-Ersatztruppen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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