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Einmanntorpedo

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Fachbereich Einmanntorpedo-Erprobung (K-Verbände)
Die Einmanntorpedo-Erprobung umfasste die technische Entwicklung und operative Testphase der Kleinst-U-Boote vom Typ „Neger“, „Marder“ und „Hai“. Diese unter Hochdruck ab 1943/44 durchgeführten Versuche unterstanden dem Kommando der Kleinkampfmittel (K-Verbände). Ziel war die Schaffung einer kostengünstigen, handstreichartigen Waffe gegen die alliierte Invasionsflotte. Die Erprobungen konzentrierten sich auf die nautische Stabilität der Torpedokombinationen, die Sichtverhältnisse unter der Plexiglaskuppel sowie die Zuverlässigkeit des Auslösemechanismus für den scharfen Torpedo. Ein Großteil der Tests fand unter strengster Geheimhaltung in der Ostsee statt.
Entwicklung, Standorte und Technik
Standorte: Erprobungsstellen in Eckernförde (TVA), Neustadt/Holstein sowie in den Lehrkommandos (z. B. Blaukoppel/Heiligenhafen).
Typen: „Neger“ (reiner Überwasser-Läufer); „Marder“ (tauchfähig für kurze Distanzen); „Hai“ (Prototyp mit verbesserter Reichweite).
Aufgabe: Ermittlung der maximalen Schleppgeschwindigkeit; Test der Atemgeräte (Dräger); Optimierung der Zieloptiken; Belastungstests für die Piloten.
Ende 1945: Mit der Kapitulation und der Beschlagnahmung der Prototypen durch britische und US-Spezialteams beendet.
Spezifische Merkmale
Gefahrenpotential: Hohe Unfallrate während der Erprobung durch CO2-Vergiftungen der Piloten und technische Defekte beim Lösen des Lasttorpedos.
Konstruktion: Nutzung von Standard-Torpedogehäusen (G7e) als Antriebszellen, um die Produktion in der Endphase des Krieges zu beschleunigen.
Geheimhaltung: Die Erprobungseinheiten agierten unter Tarnnamen (z. B. Versuchskommando 456), um die neue Waffe vor feindlicher Aufklärung zu verbergen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personal: Erfahrene U-Boot-Kommandanten und Ingenieure waren als Berater und Testpiloten maßgeblich an der Optimierung der Steuerung beteiligt.
Taktik: Die Erprobungsergebnisse führten zur Entwicklung der „Rudel“-Taktik für Kleinkampfmittel bei Angriffen auf Reeden (z. B. vor der Normandie).
Technik-Transfer: Erkenntnisse über Batterieleistung und Kleinstmotoren flossen später in die Serienfertigung der Kleinst-U-Boote vom Typ „Seehund“ ein.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 103 Kommando der Kleinkampfmittel: Akten über die Erprobung, Konstruktion und die Versuchsberichte der Einmanntorpedos.
BArch RM 21 Torpedowaffenamt / TVA: Technische Unterlagen zur Umrüstung von G7e-Torpedos zu bemannten Geräten.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeiten in den Erprobungskommando der K-Verbände.
Literaturverweise
Blocksdorf, Helmut „Das Kommando der Kleinkampfmittel der Kriegsmarine“ (Details zur Entwicklungsphase).
Rössler, Eberhard „Geschichte des deutschen U-Bootbaus“ (Band 2: Kleinst-U-Boote und Torpedoläufer).
Mallmann Showell, J. „Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine“ (Systematik der K-Verbände).
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