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| Ausbildung
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U-Boot-Fahrlehrgang
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| Der U-Boot-Fahrlehrgang war die abschließende praktische Phase der Kommandantenausbildung bzw. der Schulung für Wachoffiziere. Er diente der Beherrschung des Bootes in allen navigatorischen und taktischen Lagen. Im Fokus standen das Manövrieren über und unter Wasser, das Einüben von Alarmtauchmanövern, die Tiefensteuerung bei verschiedenen Geschwindigkeiten sowie das Angriffsfahren. Die Lehrgänge wurden auf Schulbooten der Ausbildungsflottillen durchgeführt, wobei die Teilnehmer unter Aufsicht erfahrener Lehrkommandanten eigenständig Entscheidungen treffen mussten. Erst nach erfolgreichem Abschluss wurde die „Kommandanten-Reife“ (U-Zusatz) erteilt.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufgaben: |
Praktische Schiffsführung (Über- und Unterwasser); Alarmtauchübungen; Horch- und Ortungsdienst-Praxis; Angriffsmanöver (Torpedoschuss-Simulation).
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| Standort: |
U-Ausbildungsflottillen in der Ostsee (Pillau, Gotenhafen, Memel); Kommandantenschule der U-Boot-Waffe.
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| Qualifikation: |
Offiziere nach bestandenem Wachoffiziers-Lehrgang oder künftige Kommandanten vor der Baubelehrung.
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| Ende 1945: |
Mit der Einstellung des Ausbildungsbetriebs im April/Mai 1945 beendet.
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| Spezifische Merkmale
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| Drill: |
Wiederholung von Notfallmanövern (z. B. Wassereinbruch, Batteriebrand), bis jeder Handgriff blind saß.
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| Taktik: |
Schulung im „Lesen“ des Horchbildes und der Koordination zwischen Brücke und Zentrale während des Tauchens.
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| Prüfung: |
Die Absolventen mussten eine Reihe von „scharfen“ Übungen (z. B. Torpedoschüsse auf Zielschiffe) unter Prüfungsbedingungen bestehen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Sicherheit: |
Der Fahrlehrgang war die wichtigste Versicherung gegen Bedienungsfehler, die im späteren Fronteinsatz tödlich geendet hätten.
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| Kommandantenpool: |
Sicherstellung eines konstanten Nachschubs an taktisch sicherem Führungspersonal für die monatlichen Neuindienststellungen.
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| Technik-Update: |
Integration neuer Verfahren (z. B. Schnorchelfahrt) in die fahrpraktische Ausbildung ab 1944.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 87 |
Befehlshaber der Unterseeboote: Akten über die Ausbildungsgänge, Lehrgangspläne und Schießberichte der U-Schulflottillen.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit den Nachweisen über den absolvierten „U-Fahrlehrgang“ oder „U-Schießlehrgang“.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die Standards der U-Boot-Ausbildung und die Frontreife des Offiziernachwuchses.
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| Literaturverweise
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| Rössler, Eberhard |
„Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zum Ausbildungsgang der Kommandanten).
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| Busch / Röll |
„Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 2: Der U-Boot-Bau und die Ausbildung).
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Ausbildung der U-Boot-Waffe).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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