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III. Marine-Brigade

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband III. Marine-Brigade (Marine-Brigade von Loewenfeld)
Die III. Marine-Brigade war ein nach dem Ersten Weltkrieg aufgestelltes Freikorps der Marine, das unter der Führung von Korvettenkapitän Wilfried von Loewenfeld stand. Sie bildete sich 1919 in Kiel aus Freiwilligen der kaiserlichen Marine und wurde 1920 offiziell als III. Marine-Brigade in die vorläufige Reichsmarine übernommen. Der Verband kam primär bei innerdeutschen Unruhen zum Einsatz, unter anderem im Ruhrgebiet und in Oberschlesien. Während des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920 solidarisierte sich die Brigade mit den Putschisten. Infolge der Bestimmungen des Versailer Vertrages und der politischen Folgen des Putsches wurde die Brigade im Laufe des Jahres 1920 aufgelöst, wobei Teile des Personals in die Reichsmarine übernommen wurden.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Frühjahr 1919 in Kiel; Übernahme in die Reichsmarine als III. Marine-Brigade.
Aufgabe: Grenzschutz; Niederschlagung innerer Unruhen; Polizeidienst in Unruhegebieten.
Unterstellung: Admiralität (später Marineleitung); operativ den jeweiligen Befehlshabern im Einsatzraum.
Ende 1920: Auflösung im Mai/Juni 1920; teilweise Überführung in das Übergangsheer oder die Reichsmarine.
Spezifische Merkmale
Struktur: Gliederung in Regimenter, Abteilungen und technische Einheiten (z. B. Panzerwagen-Abteilung).
Kennzeichen: Tragen des "Loewenfeld-Abzeichens" am Ärmel (Anker mit Lorbeerkranz und "L").
Status: Zwitterstellung zwischen freiwilligem Freikorps und regulärem Truppenteil der frühen Republik.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalpool: Zahlreiche Offiziere und Unteroffiziere der späteren U-Boot-Waffe (z. B. Karl Dönitz) dienten in der Brigade.
Tradition: Der Korpsgeist und die antidemokratische Prägung vieler Mitglieder beeinflussten das spätere Offizierskorps.
Ausbildung: Vermittlung von infanteristischen Grundkenntnissen und Führungserfahrung in Krisensituationen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 53 Marine-Brigade von Loewenfeld: Akten über die Aufstellung, Einsätze und Auflösung des Verbandes.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Marineangehörigen mit Dienstzeitnachweisen in der III. Brigade.
BArch RM 20 Marineleitung: Unterlagen zur Umgliederung der Freikorps in die reguläre Reichsmarine.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Historische Grundlagen).
Tessin, Georg „Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939“ (Details zur Marine-Brigade von Loewenfeld).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der frühen Reichsmarine).
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