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Küstenwehrabteilung IV

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Küstenwehrabteilung IV
Die Küstenwehrabteilung IV war ein regionaler Sicherungsverband der Reichsmarine (später Kriegsmarine) im Bereich der Marinestation der Nordsee. Sie diente primär der Bewachung und Verteidigung der Küstenabschnitte, Hafenanlagen und maritimen Infrastruktur im Raum Wilhelmshaven und der Wesermündung. Die Abteilung gliederte sich in mehrere Kompanien, die sowohl für den infanteristischen Objektschutz als auch für die Bedienung leichter Küstenartillerie und Flak vorgesehen waren. Im Zuge der allgemeinen Mobilmachung und Umgliederung der Marine-Artillerie wurde der Verband 1939/1940 in neue Marine-Artillerie-Abteilungen (M.A.A.) überführt.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Formiert in der Zwischenkriegszeit (Reichsmarine); Hauptstandort Wilhelmshaven; administrativ der Festungskommandantur unterstellt.
Aufgabe: Überwachung der Küstengewässer; Schutz der Werftanlagen; Durchführung des Wachdienstes in militärischen Sperrgebieten; infanteristische Ausbildung.
Struktur: Bestehend aus aktivem Personal und Reservisten; Gliederung in Wach-, Stamm- und Ausbildungskompanien.
Ende 1940: Vollständige Eingliederung in die expandierenden Marine-Artillerie-Abteilungen der Nordsee (z. B. M.A.A. 112 oder 114).
Spezifische Merkmale
Tradition: Die Küstenwehrabteilungen standen in der Nachfolge der kaiserlichen Matrosen-Artillerie und pflegten deren Disziplin und Schießkultur.
Ausbildung: Sie bildete das personelle Rückgrat für den Aufbau der späteren Küstenverteidigung im Westraum (Atlantikwall).
Personal: Besetzung durch langgediente Unteroffiziere, die als Instruktoren für den Rekrutennachwuchs der Marinestation Nordsee fungierten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktsicherung: Die Abteilung sicherte in der frühen Phase die Zufahrten und Schleusenanlagen, die für die in Wilhelmshaven stationierten U-Boote lebensnotwendig waren.
Ausbildung: Zahlreiche U-Boot-Männer erhielten in den Kompanien der Küstenwehrabteilung IV ihre erste infanteristische Grundausbildung.
Objektschutz: Bewachung der geheimen U-Boot-Ausrüstungslager und Treibstoffdepots im Raum Wilhelmshaven-Sengwarden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 112 Marinestation der Nordsee: Akten über die Organisation und Stellenbesetzung der Küstenwehrabteilungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Marineoffizieren mit Dienstzeiten in der Küstenwehrabteilung IV (Wilhelmshaven).
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Küstenverteidigungsplanung und die Umgliederung der Sicherungsverbände 1939.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation der Marinestationen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Küstenwehrverbände).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Geschichte und Infrastruktur der deutschen Kriegshäfen“.
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