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Kampfgruppe Peschel

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Kampfgruppe Peschel
Die Kampfgruppe Peschel wurde im März/April 1945 als spezialisierter Panzervernichtungsverband innerhalb des Marine-Panzervernichtungsbataillons (oft im Rahmen der Marine-Schützen-Brigade Nord oder West) aufgestellt. Unter der Leitung von Kapitänleutnant Otto Peschel (zuvor Kommandant U 270) bestand die Gruppe primär aus hochmotiviertem U-Boot-Personal, das nach dem Verlust seiner Boote für den infanteristischen Nahkampf umgeschult worden war. Hauptaufgabe war die mobile Panzerjagd mit Panzerfäusten und Panzerschrecks gegen alliierte Durchbrüche im norddeutschen Raum. Die Gruppe agierte oft als "Feuerwehr" an den Brennpunkten der Front zwischen Weser und Elbe, um den Vormarsch auf die U-Boot-Werften und Stützpunkte zu verzögern.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: März 1945; Formierung aus überschüssigem Personal der U-Flottillen und Lehrdivisionen.
Aufgabe: Nahbekämpfung feindlicher Panzerverbände; Hinterhalt-Taktik an Engpässen; Sicherung von Rückzugswegen.
Bewaffnung: Leichte Infanteriewaffen, massierter Einsatz von Panzerfäusten und Ofenrohren (Panzerschreck).
Ende 1945: Mai 1945; Kapitulation im Raum Schleswig-Holstein nach den letzten Gefechten im Elbe-Weser-Dreieck.
Spezifische Merkmale
Taktik: Nutzung der im U-Boot-Krieg gelernten Aggressivität und Entschlossenheit für den verlustreichen Panzerhauskampf.
Personal: Die Gruppe unter Otto Peschel zeichnete sich durch einen hohen Anteil an dekorierten U-Boot-Männern aus, die über große Kampferfahrung verfügten.
Einsatzstil: Dezentrale Operationen in kleinen Jagdtrupps, um die überlegene feindliche Feuerkraft durch Überraschungsmomente auszugleichen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Elitetruppe: Die Umwandlung von U-Boot-Spezialisten in Panzerjäger war eine Verzweiflungsmaßnahme der Marineführung ("Festungshilfe"), um die Werften zu schützen.
Moral: Die Kampfgruppe Peschel galt als eine der standhaftesten Einheiten im Erdkampf, da das Personal fest in der U-Boot-Tradition verwurzelt blieb.
Führung: Kapitänleutnant Otto Peschel nutzte seine Erfahrung als Frontkommandant zur Führung seiner Männer in einer für sie fachfremden Kampfart.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RH 26-202 Marine-Infanterie-Verbände: Berichte über die Aufstellung und Einsätze der Panzervernichtungstrupps 1945.
BArch PERS 6 Personalakte Otto Peschel: Nachweis über die Verwendung im Erdkampf und die Führung der Kampfgruppe.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über den Einsatz von U-Boot-Personal in der Landverteidigung Norddeutschlands.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Marine-Sonderverbände im Erdkampf).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS“ (Band 14: Die Marine-Infanterie).
Busch / Röll „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 1: Biographische Ergänzungen zum Werdegang der Kommandanten).
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