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Marine Auffangkommando Husum

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Dienststelle Marine-Auffangkommando Husum
Das Marine-Auffangkommando Husum war eine personelle Sammeleinheit, die verstärkt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (Frühjahr 1945) im Bereich der schleswig-holsteinischen Westküste aktiv wurde. Es diente der Erfassung von versprengten Marineangehörigen, Urlaubern, die ihre Einheiten nicht mehr erreichen konnten, sowie Personal aus aufgelösten Dienststellen in den besetzten Gebieten (Dänemark, Niederlande). Die Aufgabe des Kommandos bestand in der Überprüfung der Personalpapiere, der Neu-Ausrüstung und der Zuführung der Soldaten zu den verbliebenen Marine-Einheiten oder improvisierten Marine-Schützen-Bataillonen zur Verteidigung Norddeutschlands.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Formiert 1944/45 im Zuge der Rückzugsbewegungen; administrativ der Marinestation der Nordsee unterstellt.
Aufgabe: Sammlung von „Versprengten“; Identitätsprüfung; Verpflegung und Unterbringung; Neuformation von Alarmeinheiten; Marschbataillon-Gestellung.
Standort: Husum (Nordfriesland). Nutzung lokaler Kasernen und öffentlicher Gebäude als Sammellager.
Ende 1945: Auflösung im Mai 1945 nach der Besetzung Nordfrieslands durch britische Truppen; Entlassung oder Überführung in Gefangenschaft.
Spezifische Merkmale
Ordnung: Das Kommando fungierte als verlängerter Arm der Marine-Standortkommandantur zur Aufrechterhaltung der Disziplin im rückwärtigen Raum.
Schleuse: Es bildete eine „personelle Schleuse“ für Soldaten, die über den Landweg aus dem dänischen Raum (Jütland) nach Süden fluteten.
Erdkampf: Viele aufgefangene Soldaten wurden aufgrund des akuten Mangels an Infanterie direkt in Marine-Schützen-Regimenter eingegliedert.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalersatz: Erfassung von U-Boot-Personal der in den Werften (z.B. Hamburg/Bremen) festsitzenden Baubelehrungen zur anderweitigen Verwendung.
Stützpunkt: Sicherung der rückwärtigen Verbindungen für die kleinen U-Boot-Einheiten (K-Verbände), die an der Nordseeküste operierten.
U-Abwehr: Das im Auffangkommando gesammelte Personal verstärkte die Küstenwachen im Raum Husum gegen alliierte Sabotage- und Landungsversuche.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Organisation der Auffang- und Sammelstellen 1945.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Vermerk „...aufgefangen durch Marine-Auffangkommando Husum“.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die personelle Lage und die Aufstellung von Alarmeinheiten im Küstenbereich Nordsee.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Personalwesen im Endkampf).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Landorganisation 1945).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Geschichte und Infrastruktur“.
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