|
|
|
| Dienststelle
|
Marinenachrichtendienst Kiel
|
|
|
|
|
| Der Marinenachrichtendienst in Kiel war das nachrichtentechnische Zentrum der Marinestation der Ostsee. Kernstück war die 1. Marine-Nachrichtenabteilung (1. M.N.A.), die den Betrieb der Großfunkstelle Kiel, zahlreicher Signalstationen und der Fernsprech-Sondernetze verantwortete. Von Kiel aus wurde der gesamte Funkverkehr mit der Flotte in der Ostsee sowie die Verbindung zu den Küstenstationen bis in das Baltikum koordiniert. Zudem befanden sich im Raum Kiel wichtige Erprobungsstellen für neue Nachrichten- und Ortungstechnik (NVA). Die Dienststelle war maßgeblich an der Funkführung während der großen Flottenoperationen und der Sicherung der Ostseezugänge beteiligt.
|
|
|
|
|
| Entstehung, Funktion und Aufgaben
|
|
|
| Aufstellung: |
Traditionsstandort seit der Kaiserlichen Marine; massiver Ausbau ab 1935 (Kiel-Friedrichsort/Wik).
|
| Aufgabe: |
Betrieb der Hauptfunkstelle Ostsee; Signalwesen; Funkaufklärung (B-Dienst); Wartung der stationären Marine-Nachrichtenanlagen.
|
| Struktur: |
Unterstellung beim Nachrichtenführer der Ostsee; Gliederung in Funk-, Fernsprech- und Signal-Kompanien.
|
| Ende 1945: |
Mai 1945; Übernahme der Anlagen durch die britische Royal Navy; teilweiser Weiterbetrieb für Entminungsaufgaben (GMSA).
|
|
|
| Spezifische Merkmale
|
|
|
| Technik: |
Einsatz modernster Hochleistungs-Sender zur weltweiten Verbindung mit Auslandskreuzern und Blockadebrechern.
|
| B-Dienst: |
In Kiel befand sich eine wichtige Auswertestelle für den Funkverkehr der sowjetischen und britischen Flottenverbände.
|
| Ausbildung: |
Kiel war zentraler Schulungsort für Funkmeister und Signalgasten der gesamten Ostsee-Laufbahnen.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Funkführung: |
Sicherstellung der Nachrichtenwege für die U-Lehrdivisionen (ULD) und die Ausbildungsgruppen in der Danziger Bucht.
|
| Ortung: |
Erprobung und Einweisung in neue Funkmess-Ortungsgeräte (Radar) an Bord der in Kiel liegenden U-Boot-Neubauten.
|
| Stützpunktfunk: |
Betrieb der Signalstationen zur Ein- und Auslaufsteuerung des dichten U-Boot-Verkehrs in der Kieler Förde.
|
|
|
| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 112 |
Marinestation der Ostsee: Akten über die Organisation und das Nachrichtenwesen im Bereich Kiel.
|
| BArch RM 121 |
Marinenachrichtentruppen: Unterlagen zur technischen Ausstattung und den Stellenbesetzungsplänen der 1. M.N.A.
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen im Marinenachrichtendienst Kiel.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Giessler, Helmuth |
„Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst: Technische Entwicklung und operativer Einsatz“.
|
| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Das Nachrichtenwesen).
|
| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Nachrichteneinheiten).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|