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| Dienstgrad
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Oberstabsartillerist
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| Der Oberstabsartillerist war ein Dienstgrad der Laufbahngruppe der Mannschaften in der Kriegsmarine. Er gehörte zur Laufbahn der Marineartillerie (Laufbahn IV) und stellte die höchste Stufe innerhalb der Mannschaftsdienstgrade für Langdiener dar (entsprechend dem Stabsgefreiten mit mehr als 10 Jahren Dienstzeit im Heer). In der Regel handelte es sich um hochdekorierte und erfahrene Soldaten, die aufgrund ihrer langen Dienstzeit als Spezialisten an schweren Küstengeschützen oder als Vorgesetzte in der Geschützbedienung eingesetzt wurden, jedoch nicht in die Unteroffizierslaufbahn gewechselt waren.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Beförderung: |
Ernennung nach langjähriger Dienstzeit (meist über 8 bis 10 Jahre) und bewährter Führung innerhalb der Marineartillerie.
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| Aufgabe: |
Geschützführer an schweren Küstenbatterien; Aufsicht über Munitionskammern; Ausbildung von Rekruten an der Waffe; Instandhaltung technischer Geräte.
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| Kennzeichnung: |
Zwei Winkel mit einem Balken und einem Stern (bzw. entsprechende Streifen) auf dem linken Oberarm; Laufbahnabzeichen: Gekreuzte Rohre.
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| Ende 1945: |
Mit der Auflösung der Kriegsmarine nach der Kapitulation im Mai 1945 erlosch die Dienstgradbezeichnung.
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| Spezifische Merkmale
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| Status: |
Aufgrund seiner immensen Erfahrung galt der Oberstabsartillerist als „Vater der Kompanie“ innerhalb der Mannschaftsdienstgrade und war fachlich oft Unteroffizieren ebenbürtig.
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| Spezialisierung: |
Tiefe Kenntnisse in der Ballistik, der Optik und der Mechanik schwerster Artilleriesysteme (z.B. 28-cm bis 40,6-cm Geschütze).
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| Einsatz: |
Verwendung primär in den Marine-Artillerie-Abteilungen (M.A.A.) zum Schutz der Festungsbereiche und Kriegshäfen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Stützpunktsicherung: |
Oberstabsartilleristen leiteten oft die Batterien, die den Fernschutz der U-Boot-Bunker in Frankreich (z.B. Keroman in Lorient) sicherstellten.
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| Ausbildung: |
Einsatz als erfahrene Ausbilder in den Marine-Artillerie-Abteilungen der Ostsee, die auch U-Boot-Personal an Flak und Deckswaffen schulten.
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| Marine-Infanterie: |
1945 bildeten diese erfahrenen Soldaten das Rückgrat der Marine-Schützen-Verbände im Erdkampf, in die auch U-Boot-Personal eingegliedert wurde.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Bestimmungen über die Dienstgrade und Laufbahnen der Marine-Artillerie (M.Dv. 260).
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| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur Fachausbildung und Beförderung der Artillerielaufbahn.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge von Marine-Artilleristen mit der Beförderung zum Oberstabsartilleristen.
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| Literaturverweise
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| Schlicht / Angolia |
„Die Kriegsmarine - Uniformen und Ausrüstung 1933–1945“ (Details zu Dienstgraden und Rangabzeichen).
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Personalwesen und Marine-Artillerie).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Mannschaftsdienstgrade).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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