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Personalabteilung P I

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Abteilung Personalabteilung P I (Marinepersonalamt)
Die Personalabteilung P I war die zentrale administrative Instanz innerhalb des Marinepersonalamtes (MPA) im Oberkommando der Kriegsmarine (OKM). Sie war verantwortlich für die grundlegende Personalplanung, die Bearbeitung von Personalangelegenheiten der Offiziere sowie die Erstellung von Rang- und Stellenbesetzungslisten. Als administrativ-strategisches Herzstück des Personalwesens steuerte P I den personellen Aufwuchs der Kriegsmarine und koordinierte die Laufbahnplanungen unter Berücksichtigung der kriegsbedingten Anforderungen.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Etabliert als Kernabteilung des Marinepersonalamtes; fachlich dem Chef des Marinepersonalamtes unterstellt. Die Abteilung wuchs mit der Expansion der Kriegsmarine ab 1935 stetig an.
Standort: Berlin (Sitz des OKM), später im Rahmen der Evakuierung und Dezentralisierung in Ausweichquartiere im Berliner Umland (z. B. Raum Eberswalde/Bernau).
Aufgabe: Führung der Personalakten, Bearbeitung von Beförderungen, Ernennungen und Versetzungen der Seeoffiziere sowie die Überwachung der Stellenbesetzungspläne aller Kommandobehörden.
Ende 1945: Mit der Auflösung des OKM und der Gesamtkapitulation im Mai 1945 stellte die Abteilung P I ihre Tätigkeit ein; die umfangreichen Personalunterlagen wurden größtenteils durch die Alliierten sichergestellt.
Spezifische Merkmale
Offiziersverwaltung: Zentrale Bearbeitung der Beförderungsvorschläge und die Vorbereitung von Ernennungsurkunden für den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine.
Stellenbesetzung: Abgleich zwischen dem personellen Bedarf der Frontverbände und der Verfügbarkeit qualifizierter Offiziere aus dem Ersatz- und Ausbildungswesen.
Statistik: Führung statistischer Erfassungen über Verluste, Ersatzgestellung und die personelle Einsatzbereitschaft der gesamten Flotte und der Landdienststellen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kommandanten-Pool: P I koordinierte in Abstimmung mit dem B.d.U. die Zuweisung geeigneter Offiziere für die Ausbildung zum U-Boot-Kommandanten oder Wachoffizier.
Personal-Pipeline: Sicherstellung des personellen Nachschubs für die rasant wachsende Zahl an U-Boot-Indienststellungen während der Hochphase des U-Boot-Krieges.
Auszeichnungswesen: Administrative Vorbereitung und Dokumentation von hohen Tapferkeitsauszeichnungen (z. B. Ritterkreuz), die oft über die Personalabteilung P I abgewickelt wurden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 [Personalakten von Offizieren der Kriegsmarine](https://invenio.bundesarchiv.de): Primärquellen, die von der Abteilung P I geführt und archiviert wurden.
BArch RM 3 [Marinepersonalamt](https://invenio.bundesarchiv.de): Unterlagen zur Organisation, Gliederung und den Richtlinien der Personalabteilung P I im OKM.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Korrespondenz zwischen der Skl und P I bezüglich der Besetzung operativer Schlüsselpositionen an der Front.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Personalwesen: Das Marinepersonalamt).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Standardwerk basierend auf den Unterlagen der Abteilung P I).
Mallmann Showell, J. „Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine“ (Details zur administrativen Struktur des OKM).
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