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| Dienststelle
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Sonderstab der Marineinfanterie
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| Der Sonderstab der Marineinfanterie wurde in der Endphase des Zweiten Weltkriegs (Ende 1944/Anfang 1945) innerhalb des Oberkommandos der Marine (OKM) bzw. beim Marinepersonalamt eingerichtet. Seine Hauptaufgabe war die zentrale Steuerung der massiven Umgliederung von „bootlosem“ Marinepersonal (aus Flotteneinheiten, U-Booten und Landdienststellen) in infanteristische Kampfverbände. Der Sonderstab koordinierte die Aufstellung der Marine-Infanterie-Divisionen, die Zuweisung von Offizierskader aus der Flotte für den Erdkampf sowie die logistische Ausstattung mit Heeresausrüstung. Er fungierte als oberste Kontrollinstanz für die „Festungshilfe“ und den Einsatz der Marineangehörigen an den Landfronten im Osten und Westen.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Winter 1944/1945 im Zuge der totalen Mobilmachung; Sitz in Berlin bzw. in den Ausweichquartieren (z. B. Koralle).
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| Aufgabe: |
Aufstellungskontrolle der Marine-Infanterie-Regimenter; Personalüberprüfung für den Erdkampf; Koordination mit dem OKH (Heer).
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| Führung: |
Hochrangige Seeoffiziere (Vize- oder Konteradmirale), die über Erfahrung in der Landorganisation verfügten.
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| Ende 1945: |
Mai 1945; Auflösung nach der Gesamtkapitulation und der Vernichtung der Marine-Erdkampfstärke.
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| Spezifische Merkmale
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| Rekrutierung: |
Der Sonderstab entschied über die Freigabe von technischem Fachpersonal der Marine für den infanteristischen Einsatz.
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| Organisation: |
Aufbau von Marine-Infanterie-Ersatz- und Ausbildungsregimentern zur Vorbereitung der Soldaten auf den Panzer- und Häuserkampf.
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| Reibung: |
Schwierige Abstimmungsprozesse mit dem Heer bezüglich Bewaffnung und taktischer Unterstellung der „blauen“ Infanteristen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Personaltransfer: |
Der Sonderstab leitete Tausende U-Boot-Männer, die auf neue Boote (Typ XXI) warteten, in die Marine-Grenadier-Einheiten um.
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| Kaderbildung: |
Erfahrene U-Boot-Kommandanten (z. B. Otto Peschel) wurden durch den Sonderstab für die Führung von Panzervernichtungstrupps ausgewählt.
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| Ausbildung: |
Nutzung der U-Lehrdivisionen (ULD) als temporäre Ausbildungszentren für Marine-Infanterie unter Aufsicht des Sonderstabs.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Akten über die Aufstellung der Marine-Infanterie und die Tätigkeit von Sonderstäben zur Landverteidigung.
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| BArch RM 8 |
Marinepersonalamt: Unterlagen zur personellen Umgliederung und den Befehlsbefugnissen des Sonderstabs der Marineinfanterie.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge von Admiralstabsoffizieren mit der Verwendung „im Sonderstab der Marineinfanterie“.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Marine-Infanterie).
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| Tessin, Georg |
„Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS“ (Band 14: Die Marine-Infanterie-Divisionen).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Sonderstäbe im OKM).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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