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Sperr-Versuchskommando

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Sperrversuchskommando (SVK)
Das Sperrversuchskommando (SVK) in Kiel war die zentrale wissenschaftliche und technische Dienststelle der Kriegsmarine für die Entwicklung, Erprobung und Verbesserung von Sperrwaffen. Sein Aufgabenbereich umfasste das gesamte Spektrum der Minenkriegsführung, von der Ankertaumine bis hin zu hochmodernen Fernzündsystemen.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standort: Das SVK hatte seinen Hauptsitz in Kiel-Wik. Es entstand aus der Notwendigkeit, die Forschung an Unterwasserwaffen zu zentralisieren. Die Dienststelle unterstand direkt der Inspektion der Sperrwaffen.
Infrastruktur: Zum SVK gehörten umfangreiche Laboratorien, Werkstätten und eine eigene Flotte von Versuchsbooten (darunter die bekannten Einheiten Nautilus, Pelikan, Arkona, Otto Braun und Sundevall). In der Eckernförder Bucht betrieb das SVK Versuchsfelder für Testsprengungen und die Erprobung von Räumgeräten.
Aufgaben und Forschungsgebiete
Minenentwicklung: Entwicklung und Erprobung von Kontaktminen sowie berührungslosen Zündern (Magnet-, Akustik- und Druckminen). Besonders die Entwicklung der Magnetmine ("EM-Mine") zu Beginn des Krieges war eine Pionierleistung des SVK.
Sperrwaffenabwehr: Forschung an Räumgeräten (z.B. dem Fernräumgerät FRG oder dem Magnet-Eigen-Schutz MES für Schiffe). Das SVK suchte ständig nach Wegen, die gegnerischen Minensperren unschädlich zu machen.
Sabotagemittel: Im Verlauf des Krieges befasste sich das Kommando auch mit Haftminen und Spezialsprengstoffen für Kleinkampfverbände.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
U-Boot-Minen: Das SVK entwickelte die spezialisierten Minentypen (wie die TMA und TMB), die durch die Torpedorohre der U-Boote ausgestoßen werden konnten. Dies ermöglichte das unbemerkte Verminen feindlicher Häfen (z.B. vor der englischen Küste).
Eigenschutz: Die Erprobung von MES-Anlagen (Entmagnetisierung) auf U-Booten war lebensnotwendig, um die Boote gegen britische Magnetminen in flachen Gewässern zu schützen.
Horch- und Funkmesstechnik: In Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen unterstützte das SVK die akustische Optimierung der Minen- und Torpedozünder, was indirekt die Entwicklung der passiven Ortung der U-Boote beeinflusste.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 / 1022 Akten der Seekriegsleitung (Skl). Berichte über die Versuche und Neuentwicklungen des Sperrversuchskommandos (SVK) Kiel.
BArch RM 61 Unterlagen des Führers der Minensuchboote zu den praktischen Erprobungen von SVK-Gerät an der Front.
BArch RM 123 Akten der Sperrschulen und Versuchskommandos. Beinhaltet technische Protokolle über Minenzündsysteme.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Kapitel zur Minenbewaffnung und den Versuchen des SVK).
Giermann, Joachim "Die deutsche Sperrwaffe" (Detaillierte Übersicht über die Entwicklung der Minentechnik und die Rolle des SVK).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". (Band II, Kapitel zur Organisation der Sperrwaffeninspektion).
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