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Sperrabteilung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Sperrabteilung (Reichsmarine)
Die Sperrabteilung der Reichsmarine war die zentrale fachliche Dienststelle für das Minen- und Sperrwesen in der Zwischenkriegszeit. Sie war räumlich und organisatorisch eng mit der Inspektion des Torpedowesens und der Minen in Kiel verknüpft. In einer Phase, in der Deutschland durch den Versailler Vertrag stark eingeschränkt war, sicherte die Sperrabteilung den Erhalt des technischen Wissens über Ankertauminen, Fernzündsysteme und Netzsperren. Sie fungierte als Stammorgan für die personelle Ausbildung von Sperrspezialisten und führte neben waffentechnischen Lehrgängen auch ergänzende Fachausbildungen wie den Gasschutzdienst durch, um das Personal auf die Gefahren im Umgang mit Munition und chemischen Einflüssen vorzubereiten.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Standort: Kiel (Friedrichsort/Wik); Außenstellen für Erprobungen in der Kieler Bucht.
Aufgabe: Ausbildung von Sperroffizieren und Sperrmeistern; Instandhaltung der Minenbestände; Entwicklung von Sperrplänen für die Küste.
Struktur: Unterteilung in Kompanien für den aktiven Sperrdienst und den Bereich Ausbildung/Versuchswesen.
Status 1932: Kernzelle für die spätere massive Expansion der Sperrwaffeninspektion der Kriegsmarine ab 1935.
Spezifische Merkmale (Ära 1932)
Ausbildung: Durchführung von Speziallehrgängen (z.B. Gasschutz), um die Vielseitigkeit des knappen Personalkörpers der Reichsmarine zu erhöhen.
Geheimhaltung: Teilweise verdeckte Weiterentwicklung von Zündmechanismen, die über den rein defensiven Charakter der erlaubten Sperrwaffen hinausgingen.
Material: Verwaltung und Modernisierung der aus dem Ersten Weltkrieg übernommenen Minenbestände (z.B. EMA/EMB-Typen).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausbildung: Die in der Sperrabteilung geschulten Offiziere bildeten das Rückgrat für die späteren Minenexperten der U-Boot-Flottillen.
Minenkrieg: Grundlagenforschung für Torpedominen, die später von U-Booten in feindlichen Häfen abgesetzt wurden.
Sicherheit: Erarbeitung von Verfahren zur Passage eigener Minensperren, die für die U-Boot-Auslaufwege in der Ostsee von Bedeutung waren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 61 Minensuch- und Sperrverbände: Akten über die Organisation der Sperrabteilungen der Reichsmarine (1921–1935).
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur Ausbildungsmethodik innerhalb der Sperrabteilung Kiel.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Dienstzeiten und absolvierte Fachlehrgänge in der „Sperrabteilung“.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Entwicklung der Sperrwaffe seit 1920).
Ruge, Friedrich „Aus meinem Leben: 1894–1980“ (Erfahrungsberichte aus der Sperrwaffenausbildung der Reichsmarine).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Chronologie der Sperrwaffen-Dienststellen).
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