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Sperrkommando Memel

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Dienststelle Sperrkommando Memel
Das Sperrkommando Memel war eine spezialisierte Dienststelle der Sperrwaffeninspektion im Bereich des nordöstlichsten deutschen Ostseehafens. Es wurde nach der Rückkehr des Memellandes in das Reich (März 1939) eingerichtet. Hauptaufgabe war die Sicherung der Hafeneinfahrt und der Kurischen Nehrung durch das Auslegen und Warten von Minensperren sowie die Überwachung der Netzsperren gegen feindliche U-Boote. Das Kommando verwaltete das lokale Sperrwaffendepot, wartete die Zündmechanismen und koordinierte den Einsatz von Hilfsminensuchern im Küstenvorfeld. Es unterstand truppendienstlich dem Kommandanten im Abschnitt Memel.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Frühjahr 1939; Sitz im Hafen von Memel (Ostpreußen).
Aufgabe: Minenlegung und -räumung im Nahbereich; Wartung von Ankertauminen; Betreuung der Hafenschutz-Sperren; Kampfmittelbeseitigung.
Standort: Memel; Nutzung der dortigen Kaianlagen und Arsenale zur Lagerung von Sperrmaterial.
Ende 1945: Auflösung im Januar 1945 nach der Räumung der Stadt vor der herannahenden Roten Armee; Rückzug der Reste nach Pillau/Hela.
Spezifische Merkmale
Hafenschutz: Das Kommando war maßgeblich für die Installation von Netz- und Balkensperren verantwortlich, um den Hafen gegen sowjetische Kleinkampfmittel zu sichern.
Ausbildung: Unterstützung der Ausbildung von Sperrpersonal für die Sicherungsflottillen, die im Nordabschnitt der Ostsee operierten.
Technik: Durchführung von Funktionsprüfungen an Minenzündern unter den klimatisch schwierigen Bedingungen der nördlichen Ostsee.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Übungsgebiete: Sicherung der vor Memel gelegenen U-Boot-Übungsgebiete gegen das Eindringen feindlicher Seestreitkräfte durch defensive Minensperren.
Flottillenbasis: Bereitstellung der Sperrwaffen-Infrastruktur für die zeitweise in Memel stationierte 24. U-Flottille (Ausbildungsflottille).
Wegesicherung: Überwachung der minenfreien Zwangswegsysteme für U-Boote auf dem Marsch zwischen Libau, Memel und Pillau.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 21 Sperrwaffeninspektion: Akten über die Organisation der Sperrkommandos und Depots in den Ostseestationen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Sperrwaffenlage in der östlichen Ostsee und die Verteidigung von Memel.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeiten beim „Sperrkommando Memel“.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Die deutschen Seeminen“ (Details zur Organisation der Sperrkommandos).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Pillau, Gotenhafen und Memel“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Das Sperrwaffenwesen).
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