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Stabsoberstückmeister

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienstgrad / Stellung Stabsoberstückmeister
Der Stabsoberstückmeister stellte den höchsten Unteroffiziersgrad innerhalb der Marineartillerie-Laufbahn dar. Er entsprach im Ranggefüge dem Oberstabsbootsmann (seemännisch) bzw. dem Oberstabsfeldwebel des Heeres. Diese Position wurde nur von besonders langjährigen und bewährten Unteroffizieren mit Portepée erreicht. Der Stabsoberstückmeister fungierte als absolute fachliche Autorität in schweren Küstenbatterien oder auf Großkampfschiffen. Er war verantwortlich für die Koordination der gesamten artilleristischen Instandhaltung, die Munitionslogistik im Abschnitt und die Überwachung der Ausbildung des gesamten artilleristischen Unterpersonals.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Führung: Leitender Unteroffizier einer schweren Batterie oder eines Artillerie-Abschnitts; Disziplinarvorgesetzter.
Technik: Überwachung komplexer Feuerleitanlagen, Optiken und der schweren Lademechanik (z. B. 28-cm bis 40,6-cm Batterien).
Ausbildung: Durchführung von Fachlehrgängen für Stückmeister-Anwärter; Prüfung der Geschützführer.
Verwaltung: Führung der Rohrbücher und Materiallisten; Schnittstelle zum Marineartilleriezeugamt (M.A.Z.)
Spezifische Merkmale
Status: Inhaber einer Schlüsselposition zwischen Offizierkorps und Mannschaftsebene; oft als "Batterie-Ältester" respektiert.
Abzeichen: Drei Sterne auf den Schulterklappen (ab 1940) sowie die gekreuzten Rohre als Laufbahnabzeichen.
Ernennung: Erfolgte meist nach einer Mindestdienstzeit von 12 bis 15 Jahren und außergewöhnlicher Bewährung im Einsatz.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flak-Experte: Stabsoberstückmeister wurden als Chef-Ausbilder für die schwere U-Boot-Flak (z. B. 3,7-cm Doppellafette) eingesetzt.
Stützpunktschutz: Leitung der Instandsetzungswerkstätten für Bordwaffen in den U-Boot-Basen (z. B. Brest/Lorient).
Ausbildung: Vermittlung von Kenntnissen über Ballistik und Munitionspflege an die Wachoffiziere während der Baubelehrung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Beförderungen und Dienststellungen als „Stabsoberstückmeister“.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Vorschriften für die Stückmeister-Laufbahn (M.Dv. 32).
BArch RM 8 Marinepersonalamt: Bestimmungen über Rangabzeichen und Besoldungsgruppen der Spitzenunteroffiziere.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Personalwesen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Dienstgradsystematik).
Harnier, Wilhelm von „Artillerie im Küstenkampf“ (Rolle der Fachunteroffiziere).
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