|
|
|
| Ausbildung
|
Torpedo-Ergänzungslehrgang
|
|
|
|
|
| Der Torpedo-Ergänzungslehrgang war eine spezialisierte Nachschulung für Torpedopersonal (Offiziere und Unteroffiziere), die bereits über eine Grundqualifikation verfügten. Er diente der Einweisung in neue technische Entwicklungen, modifizierte Zündersysteme (z. B. Umstellung von Pi1 auf Pi2) oder neue Torpedotypen (z. B. Flächen-Absuch-Torpedos FAT/LUT). Ziel war es, das Fachwissen des Personals auf den neuesten Stand der Front-Erfahrungen zu bringen und technische Mängel, wie sie beispielsweise während der Torpedokrise 1940 auftraten, durch gezielte Nachschulung in der Handhabung zu kompensieren.
|
|
|
|
|
| Entstehung, Funktion und Aufgaben
|
|
|
| Aufgaben: |
Einweisung in Magnetzünder-Neuerungen; Handhabung von Kurvenlauf-Torpedos; Fehleranalyse bei Versagern; Justierung neuer Steuergeräte.
|
| Standort: |
Torpedoschule Flensburg-Mürwik; U-Lehrdivisionen (ULD); Torpedowaffenplätze (z. B. Gotenhafen-Hexengrund).
|
| Qualifikation: |
Torpedomechaniker, Torpedomaate sowie U-Boot-Wachoffiziere mit abgeschlossener Basisausbildung.
|
| Ende 1945: |
Mit der Einstellung der technischen Fachausbildung nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945 beendet.
|
|
|
| Spezifische Merkmale
|
|
|
| Technik: |
Intensivschulung an den elektrischen Torpedos (G7e) und deren empfindlicher Batteriewartung unter Einsatzbedingungen.
|
| Frontbezug: |
Unmittelbare Umsetzung von Berichten der Frontflottillen in praktische Lehrgangsinhalte zur Steigerung der Trefferquote.
|
| Dauer: |
In der Regel Kurzlehrgänge von 1 bis 3 Wochen, oft eingeschoben zwischen zwei Feindfahrten oder während Werftliegezeiten.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Krisenmanagement: |
Massive Bedeutung nach 1940 zur Behebung der Vertrauenskrise der Kommandanten in ihre Hauptwaffe durch technische Aufklärung.
|
| Sonderwaffen: |
Einziger Ausbildungsweg für die Einführung der akustischen Eigenlenk-Torpedos (z. B. „Zaunkönig“ G7es) für das Bordpersonal.
|
| Effizienz: |
Sicherstellung, dass die komplexen Torpedorechenstellen (TVh-Re) auch mit den neuen Laufcharakteristika der Waffen korrekt bedient wurden.
|
|
|
| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Durchführung von Ergänzungslehrgängen für die Torpedowaffe.
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis „Torpedo-Ergänzungslehrgang an der Torpedoschule absolviert“.
|
| BArch RM 21 |
Torpedowaffenamt: Unterlagen zur technischen Notwendigkeit von Nachschulungen bei Einführung neuer Zündertypen.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Rössler, Eberhard |
„Die Torpedos der deutschen U-Boote: Entwicklung, Herstellung und Eigenschaften“.
|
| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Torpedowaffe).
|
| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der technischen Lehrgänge).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|