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U-Ausbildungsleiter

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung U-Ausbildungsleiter
Der U-Ausbildungsleiter war eine zentrale Fachdienststellung innerhalb der Stäbe der U-Boot-Ausbildungsflottillen (z. B. 20. bis 27. U-Flottille) oder der U-Boot-Lehrdivisionen (U.L.D.). Er war verantwortlich für die Planung, Organisation und Überwachung der gesamten praktischen und theoretischen Ausbildung der U-Boot-Besatzungen. In enger Abstimmung mit dem Flottillenchef legte er die Lehrgangsinhalte fest, koordinierte die Belegung der Schulboote und stellte die Einhaltung der Ausbildungsstandards sicher, die für die Frontreife der Boote erforderlich waren.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Erstellung von Ausbildungsplänen; Überwachung der taktischen und technischen Ausbildung; Abnahme von Prüfungen; Koordination der Übungsgebiete (Sektoren).
Standort: Einsatz in den Stäben der Ausbildungsflottillen in der Ostsee (z. B. Pillau, Gotenhafen, Memel) oder in den Lehrdivisionen (z. B. Plön, Neustadt).
Qualifikation: Besetzung durch erfahrene U-Boot-Kommandanten mit Frontbewährung, um den Praxistransfer der neuesten taktischen Erkenntnisse des BdU sicherzustellen.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Ausbildungsorganisation nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945 erlosch diese Dienststellung offiziell.
Spezifische Merkmale
Taktik: Integration neuester Erfahrungen aus der Atlantikschlacht (z. B. Radarabwehr, Rudeltaktik) in das aktuelle Ausbildungsprogramm der Crews.
Koordination: Schnittstelle zwischen den technischen Fachschulen (Torpedoschule, Nachrichtenschule) und der praktischen Bordausbildung.
Bewertung: Erstellung von Beurteilungen über die Fronttauglichkeit ganzer Besatzungen sowie Empfehlungen für die Versetzung in Frontflottillen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Frontreife: Der U-Ausbildungsleiter trug die Verantwortung dafür, dass nur qualitativ hochwertig geschulte Besatzungen den harten Bedingungen an der Front ausgesetzt wurden.
Standardisierung: Sicherstellung einer einheitlichen Ausbildung innerhalb der rasant expandierenden U-Boot-Waffe zur Aufrechterhaltung der Schlagkraft.
Personal: Gezielte Förderung von begabtem Nachwuchs (Offiziersanwärter) durch Zuweisung zu spezialisierten Aufbaulehrgängen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Struktur der U-Boot-Lehrdivisionen und die Aufgaben der Ausbildungsleiter.
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Richtlinien für die Ausbildung und Berichte der Ausbildungsleiter über den Stand der Frontreife.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Kommandierung von Kommandanten in die Funktion als U-Ausbildungsleiter.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Die U-Boot-Schulen).
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zur Organisation des Ausbildungswesens in der Ostsee).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Stabsstellen in den U-Flottillen).
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